Politik

Enthüllung nach Datenklau Hacker soll rechte Positionen vertreten haben

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Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk (r) und Sabine Vogt vom BKA berichten über die Festnahme des 20-jährigen Hackers.

picture alliance/dpa

Johannes S. soll Daten von Politikern und Prominenten im Netz veröffentlicht haben. Nach seiner Enttarnung kommen nun neue Details ans Licht. Laut einem Medienbericht laufen seit Jahren Ermittlungen gegen den Schüler. Auch gibt es im Netz Hinweise auf seine politische Gesinnung.

Nach dem Diebstahl und der Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Prominenten gibt es neue Enthüllungen über den 20-jährigen Hacker. Wie der "Spiegel" berichtet, soll dieser bereits vor dem Datenklau im Fokus der Justiz gestanden haben. Demnach soll die Staatsanwaltschaft Gießen in den vergangenen Jahren drei Verfahren gegen Johannes S. eingeleitet haben, die noch nicht abgeschlossen sind. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht des Ausspähens von Daten und der Fälschung beweiserheblicher Daten.

Zudem berichtet der "Spiegel", dass der Schüler offenbar nicht nur aus "Ärger" die Daten gestohlen hat, wie zunächst behauptet. Nach Recherchen des Magazins gibt es Indizien, dass der 20-Jährige rechtsextreme Positionen im Netz vertreten hat und sich im Umfeld von politisch rechten Hackern bewegte.

Unter einem Pseudonym soll der Datendieb in einschlägigen Foren beispielsweise geschrieben haben: "islam ist dreck (: wir leben nicht im 6. Jahrhundert" und "so leute jetzt wisst ihr wieso die NSDAP wiederkommen wird". Und weiter: "die AfD wird die ganzen Clans nicht wegkriegen, da braucht man die NPD um ordentlich aufzuräumen". Beeinflusst wurde Johannes S. offenbar durch den Youtube-Kanal "Die Vulgäre Phase", in dessen Videos mehrere der späteren Opfer des Daten-Leaks an den Pranger gestellt wurden.

Johannes S. wird beschuldigt, im Dezember die erbeuteten Daten über ein Twitter-Konto veröffentlicht zu haben. Ermittler hatten den jungen Mann, der noch bei seinen Eltern wohnt, am Wochenende in Mittelhessen festgenommen und eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Nach einem Geständnis wurde Johannes S. wieder auf freien Fuß gesetzt. Derzeit werden die beschlagnahmten Datenträger von der Polizei untersucht.

Quelle: n-tv.de, jpe

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