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Kim Yo Jong leitet das Büro ihres mächtigen Bruders Kim Jong Un und ist Vizechefin der Propagandaabteilung.
Kim Yo Jong leitet das Büro ihres mächtigen Bruders Kim Jong Un und ist Vizechefin der Propagandaabteilung.(Foto: picture alliance / Uncredited/Ko)
Freitag, 09. Februar 2018

Schwester von Machthaber Kim: Hält Kim Yo Jong die Fäden in der Hand?

Nordkoreas Machthaber Kim soll ein enges Verhältnis zu seiner jüngeren Schwester und "Torwächterin" Kim Yo Jong haben. Beide sind nicht nur gemeinsam in der Schweiz zur Schule gegangen, sondern arbeiten auch heute Seite an Seite.

Die jüngere Schwester von Kim Jong Un gilt als einflussreiche Beraterin des nordkoreanischen Machthabers. Die 30-jährige Kim Yo Jong fungiert heute als seine Stabschefin und Propaganda-Leiterin. Es gab Spekulationen, dass die hohe Funktionärin bei ihrem Besuch eine persönliche Botschaft des nordkoreanischen Führers an Südkoreas Präsident Moon Jae In mitgebracht hat. Durch ihre unmittelbare persönliche Nähe zu ihrem Bruder dürfte auch sichergestellt sein, dass jede Nachricht ihrer Gesprächspartner in Südkorea direkt an ihn weitergeleitet wird.

Kim Yo Jong erreicht die Olympischen Winterspiele in Südkorea.
Kim Yo Jong erreicht die Olympischen Winterspiele in Südkorea.(Foto: picture alliance / Ahn Young-Joo)

Ihr Besuch im Nachbarland, der auch den Besuch der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang vorsah, ist historisch. Nie zuvor ist ein direktes Mitglied der Kim-Dynastie nach Seoul gereist. Lediglich ihr 2013 in Ungnade gefallener und hingerichteter Onkel Chang Song Thaek war 2002 einmal in Südkorea. Davor gab es erst einen unmittelbaren Kontakt mit der Kim-Familie: Südkoreas damaliger Präsident Kim Dae Jung reiste 2000 zu dem ersten innerkoreanischen Gipfel mit Kim Jong Il nach Pjöngjang. Im Gegenzug sollte dieser den Besuch erwidern, wozu es nie kam. Er starb 2011, und sein Sohn trat die Nachfolge an.

Mit der Konsolidierung der Macht von Kim Jong Un stieg auch seine Schwester in der Hierarchie auf. Heute ist sie Vizedirektorin der Propagandaabteilung der herrschenden Arbeiterpartei und damit verantwortlich für die Steuerung der Staatsmedien und Kulturarbeit. Auch wurde Kim Yo Jong im vergangenen Oktober stellvertretendes Mitglied im Politbüro, dem höchsten Machtgremium. Damit wurde die Stellung der Familie innerhalb des Führungssystems weiter gestärkt. Schon allein weil die familiäre Blutlinie in Nordkorea wichtiger als alles andere ist, hat wohl niemand anderes eine derart wichtige Stellung in Pjöngjang wie Kim Yo Jong.

Kim Jong Il hielt viel von seiner Tochter

Sie leitet nach Angaben der Experten des "North Korean Leadership Watch" auch das Büro von Kim Jong Un. Als "Torwächterin" soll sie den Zugang zum Machthaber kontrollieren, seinen Kalender und seine öffentlichen Auftritte organisieren. Oft tritt sie an seiner Seite auf. Beide haben die gleiche Mutter Ko Yong Hui und sollen sich nahe stehen. Als Kinder haben sie nach 1996 gleichzeitig mehrere Jahre in der Schweiz gelebt, wo sie in Bern zur Schule gegangen sind. Während ihres Aufenthaltes wurden beide von ihren nordkoreanischen Begleitern "streng behütet", wie aus ihrem damaligen Umfeld berichtet wurde.

Ihr Vater Kim Jong Il hielt angeblich viel von seiner Tochter. Er lobte schon früh ihr Interesse an Politik, wie Gesprächspartner berichteten. Es wird auch erzählt, dass er mehr von seiner Tochter gehalten haben soll als von seinen Söhnen Kim Jong Un, dem aus der Öffentlichkeit verschwundenen Kim Jong Chol und dem 2017 in Malaysia ermordeten Kim Jong Nam. Hinter dem Nervengasanschlag auf Letzteren sollen nordkoreanische Agenten gesteckt haben. Die USA setzten Kim Yo Jong im Januar wegen der Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea auf eine schwarze Liste von Personen, deren Konten und Besitz in den USA eingefroren werden und mit denen keine Geschäfte gemacht werden dürfen. Als Grund wurde ihr Posten im Propagandaapparat genannt. Der Akt ist eher symbolisch, weil es sie nicht betrifft. Auf der UN-Liste der Nordkoreaner, deren Reisen beschränkt sind, steht Kim Yo Jong allerdings nicht.

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Quelle: n-tv.de