Politik

Angriff auf Flughafen Tripolis Haftar soll Waffenruhe gebrochen haben

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Die Libyen-Konferenz-Teilnehmer hatten beschlossen, einen dauerhaften Waffenstillstand zu etablieren.

(Foto: REUTERS)

Der libyschen Einheitsregierung zufolge bombardieren Truppen des abtrünnigen Generals Haftar den Flughafen von Tripolis. Damit wäre die auf der Berliner Libyen-Konferenz zwischen den Konfliktparteien vereinbarte Waffenruhe erneut gebrochen.

Die Truppen des libyschen Generals Chalifa Haftar haben nach Angaben der Regierung mit Sitz in Tripolis den einzig funktionierenden Flughafen der Hauptstadt angegriffen. Sechs Raketen seien auf dem Flughafen Mitiga im Zentrum von Tripolis eingeschlagen, teilte Militärsprecher Mohammed Gnunu mit, der von einem neuen Verstoß gegen die geltende Waffenruhe sprach.

"Dies ist eine eklatante Bedrohung für die Flugnavigation", so Gnunu. Der Flugverkehr sei vorübergehend ausgesetzt worden, sagte ein weiterer Militärsprecher. Alle Flüge seien nach Misrata umgeleitet worden, das etwa 200 Kilometer östlich von Tripolis liegt. Opfer oder Schäden gab es bei dem Angriff dem Sprecher zufolge nicht.

Haftars selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA), die im April eine Offensive auf Tripolis begonnen hatte, äußerte sich bisher nicht zu dem Angriff. Die Waffenruhe gilt im Raum Tripolis seit dem 12. Januar, sie wurde unter Vermittlung Russlands und der Türkei vereinbart. Seitdem haben sich beide Seiten aber mehrfach Verstöße vorgeworfen. Einen dauerhaften Waffenstillstand gibt es bisher nicht.

Die Konfliktparteien hatten darüber zuvor auf russisch-türkische Initiative in Moskau sowie bei der internationalen Libyen-Konferenz in Berlin am vergangenen Wochenende verhandelt. Dort hatten sich die zwölf Teilnehmerstaaten außerdem zu einer Einhaltung und stärkeren Kontrolle des Waffenembargos für das Krisenland verpflichtet. Sie sagten zudem zu, dass es "keine weiteren Unterstützungsleistungen" aus dem Ausland für die libyschen Konfliktparteien geben soll.

Quelle: ntv.de, swa/dpa