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Schiiten in Bahrain verurteilt Harte Strafe für mutmaßliche Terrorgruppe

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Die iranische Revolutionsgarde soll laut Gericht am Aufbau einer Terrorgruppe beteiligt sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwischen drei Jahren und lebenslang - das sind die Zeiträume, die 138 Menschen in Bahrain in einem Gefängnis absitzen müssen. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass sie eine Terrorgruppe gründen wollten. Amnesty International kritisiert einen Teil der Strafe als "willkürlich".

Ein Gericht in Bahrain hat 138 Verdächtige wegen mutmaßlicher Pläne zur Gründung einer Terrorgruppe zu hohen Haftstrafen verurteilt. Es bestanden Verbindungen zum Iran. Wie Staatsanwalt Ahmad al-Hammadi mitteilte, erhielten die Angeklagten Haftstrafen zwischen drei Jahren und lebenslang. Demnach wollten sie mit Unterstützung der iranischen Revolutionsgarden eine Gruppe ähnlich der libanesischen Hisbollah-Miliz gründen.

Laut der Staatsanwaltschaft wurde den Verurteilten auch ihre Staatsbürgerschaft aberkannt. 58 von ihnen seien auf der Flucht, 30 weitere Angeklagte seien freigesprochen worden. Nach Angaben aus Justizkreisen gehören alle Verurteilten dem schiitischen Glauben an. Das gasreiche Golfemirat wird von einer sunnitischen Herrscherdynastie regiert, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung der schiitischen Glaubensrichtung angehört.

Seit einer Welle von gewaltsamen Protesten gegen die Herrscherfamilie in Bahrain im Jahr 2011 geht die Justiz dort mit großer Härte gegen die Opposition vor. Laut dem regierungskritischen Bahrain Institut für Rechte und Demokratie wurde seitdem 990 Oppositionellen die Staatsbürgerschaft aberkannt, womit viele staatenlos wurden. Amnesty International kritisierte die Entscheidung des Gerichts, den Verurteilten ihre Nationalität zu entziehen, als "willkürliche Ausbürgerung".

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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