Politik

Minister im "ntv Frühstart" Heil will Fachkräftemangel "nicht nur mit Zuwanderung" lösen

Im "ntv Frühstart" lobt Arbeitsminister Heil die Nationalmannschaft und kritisiert die FIFA. Er erklärt, warum er die Kompromisse zum Bürgergeld für gelungen hält und warum er glaubt, dass er damit die Langzeitarbeitslosigkeit reduzieren kann.

Mit dem Bürgergeld will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil einen Großteil der Arbeitslosen in Arbeit bringen. "Es werden Arbeits- und Fachkräfte gebraucht und ich will das wir das nicht nur mit Zuwanderung machen, sondern auch mit den Potentialen, die wir im Land haben", sagte der SPD-Politiker in der ntv-Sendung "Frühstart". Eine genau Zahl wollte er nicht nennen. Aber: Die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt sei nicht mehr wie bei den Hartz-IV-Reformen vor 20 Jahren von Massenarbeitslosigkeit geprägt, sondern von einem Arbeits- und Fachkräftemangel. Diese Lücke müsse geschlossen werden, sagte Heil. "Und das können wir auch."

Mit dem Bürgergeld will auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzieren. "Ich glaub, dass wir damit auch einen Beitrag dazu leisten können, die Langzeitarbeitslosigkeit signifikant sehr deutlich zu senken", sagte Heil. Die mit der Union gefundenen Kompromisse seien gute Lösungen: "Wer in der Demokratie Fortschritt will, der muss auch zu Kompromissen bereit sein", sagte Heil. "Die sind gelungen".

Für "ganz hartnäckige Falle" gäbe es weiterhin Sanktionen. "Mir ist wichtig, dass wir nicht alle Menschen unter Generalverdacht stellen, dass sie zu faul sind zu arbeiten, sondern dass wir das nur für die ganz hartnäckigen Fälle parat haben. Aber das ist auch parat." Bei Pflichtverletzungen gäbe es beim ersten Mal eine Leistungsminderung von 10 Prozent in einem Monat, beim wiederholtem Mal 20 Prozent für zwei Monate und im Extremfall auch 30 Prozent für drei Monate.

FIFA habe "großen Schaden" angerichtet

Heil äußerte sich auch zur gerade stattfindenden Weltmeisterschaft in Katar. Er lobte die Nationalmannschaft für ihre Geste beim Mannschaftsfoto vor dem gestrigen Spiel gegen Japan. Die Spieler hatten sich die Hand vor den Mund gehalten, um so für ein Zeichen für Meinungsfreiheit zu setzen. "Ich find es gut, dass die deutsche Mannschaft ein Zeichen setzt und ich drücke ihr weiterhin die Daumen", sagte Heil

Die FIFA kritisierte Heil hingegen scharf. "Natürlich ist ein Schatten über dieser WM und ich glaube, dass die FIFA wirklich großen, großen Schaden angetan hat", so Heil. Die FIFA habe vielen die Freude am Fußball "verregnet".

Quelle: ntv.de, nla

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