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Klimagipfel in Paris Hendricks fordert mehr von Finanzbranche

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picture alliance / Oliver Berg/d

Zwei Jahre nach Abschluss des Pariser Klimaabkommens lädt Frankreichs Präsident Macron zu einem Gipfel. Finanzfragen stehen im Mittelpunkt. Die deutsche Umweltministerin Hendricks fordert ein Mitziehen der Banken. Und auch Trump ist ein Thema.

Beim Pariser Klimagipfel pocht Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf ein verstärktes Engagement der Finanzbranche beim Klimaschutz. "Es geht um alle Investitionen weltweit, die in klimafreundliche Bahnen gelenkt werden müssen", sagte die SPD-Politikerin. 

Zwei Jahre nach der Einigung auf das Pariser Klimaabkommen empfängt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mehr als 50 Staats- und Regierungschefs zum "One Planet Summit". Das Treffen mit rund 4000 Teilnehmern auf einer Seine-Insel westlich der französischen Hauptstadt wird vor allem Finanzfragen des Klimaschutzes debattieren. Dazu werden mehrere Ankündigungen erwartet, beispielsweise zu mehr Investitionen in erneuerbare Energien.

Das eintägige Treffen wird von rund 2900 Polizisten geschützt werden. "Wir lehnen die Klimaerwärmung ab", sagte Macron. "Man kann produzieren (und) Jobs schaffen, es anders machen, wenn man es entscheidet." Hendricks sagte: "Anders als bei klassischen Klimaverhandlungen stehen in Paris nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen und Banken im Fokus." Sie vertritt Deutschland bei der Konferenz. Der Gipfel zeige, dass das Pariser Abkommen in den Köpfen der Wirtschafts- und Finanzwelt angekommen sei. "Seine Umsetzung ist unaufhaltsam - trotz des angekündigten Ausstiegs der USA."

Keine Neuverhandlungen mit Trump

Im Pariser Klimaabkommen hatte sich die Weltgemeinschaft im Dezember 2015 das Ziel gesetzt, den durch Treibhausgase verursachten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu beschränken. US-Präsident Donald Trump kündigte im Sommer den Ausstieg an und sorgte damit weltweit für Widerspruch - er ist in Paris nicht dabei. Am Vorabend des Gipfels äußerte sich Macron derweil überzeugt, dass Trump früher oder später seine Absage an das Pariser Klimaabkommen zurücknehmen wird. Neuverhandlungen über bessere Bedingungen für die USA lehnte er am Montag in einem Interview des US-Senders CBS aber kategorisch ab.

Macron wies darauf hin, dass es bei Neuverhandlungen mehr als 190 beteiligte Länder gäbe. "Es tut mir leid, ich bin nicht bereit, mit so vielen Leuten am Tisch neu zu verhandeln. Wenn du einen Vertrag unterzeichnet hast, musst du ihn respektieren", sagte Macron. Die USA seien ein großartiges Land, so der Präsident. "Sie haben den Pariser Vertrag unterzeichnet. Es ist extrem aggressiv, allein zu entscheiden, einfach auszusteigen, und es geht nicht an, die anderen zu Neuverhandlungen zu drängen, weil einer beschlossen hat, den Saal zu verlassen. Es tut mir leid, das zu sagen. So geht es nicht." 

Es handle sich um eine große geschichtliche Verantwortung, sagte Macron, "und ich bin ziemlich sicher, dass mein Freund Präsident Trump seine Meinung in den kommenden Monaten oder Jahren ändern wird. Ich hoffe es."

Frankreich stellt unterdessen 18 internationalen Umweltwissenschaftlern Forschungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie Macron am Montagabend in Paris ankündigte. Die meisten der ausgezeichneten Wissenschaftler arbeiten bisher in den USA.  Bereits vor dem Gipfel forderten mehr als 50 internationale Unternehmen mehr Engagement gegen den Klimawandel. Unter ihnen sind Adidas, Unilever, H&M, Michelin, Philips, Puma oder Virgin.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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