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Anlagen in Gronau und Lingen Hendricks will Uranfabriken schließen

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Eingang zur Anreicherungsanlage in Gronau

picture alliance / dpa

Der Aus für deutschen Atomstrom ist beschlossen. Die Produktion von Brennelementen jedoch läuft hierzulande weiter. Umweltministerin Hendricks will nun einen Weg finden, die beiden deutschen Uranfabriken zu schließen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lässt eine Schließung der Uranfabriken in Deutschland prüfen. Eine rechtssichere Stilllegung der Anlagen sei "der einzige Weg, den Export von Brennelementen zu verhindern", teilte sie mit. Das Umweltministerium habe deshalb ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. Damit setze sie einen Auftrag der Umweltministerkonferenz um.

Mit der Genehmigung der Lieferung von Brennelementen an die belgischen Atomkraftwerke Doel und Tihange hatte sich Hendricks viel Kritik zugezogen. Sie sieht keine Möglichkeit, die Transporte unter den geltenden Bedingungen zu stoppen. "Das Atomgesetz und das Europarecht bieten keine Handhabe, die Lieferung von Brennelementen ins Ausland zu unterbinden", sagte sie. Dass belege auch ein im Ministeriumsauftrag erstelltes Gutachten eines Verwaltungsrechtlers.

Wegen Tausender kleiner Risse in den Reaktorblöcken und offener Sicherheitsfragen hatte die Bundesregierung vor einem Jahr vergeblich eine Betriebspause für Doel 3 bei Antwerpen und Tihange 2 bei Lüttich gefordert. Deutsche Fachleute konnten nicht mit Sicherheit sagen, ob die Meiler im Störfall sicher wären.

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden im Jahr 2016 die Lieferung von insgesamt 68 Brennelemente in das AKW Tihange und 152 Brennelemente für die drei Reaktoren in Doel genehmigt. In diesem Jahr wurden Genehmigungen für bislang insgesamt 108 Brennelemente für die Reaktorblöcke 1- 3 in Doel erteilt.

Hendricks hatte sich wiederholt für ein Aus für Tihange ausgesprochen. Ihr war dann Unglaubwürdigkeit vorgeworfen worden, nachdem nun die Exporte der Brennelemente aus der Uranfabrik im niedersächsischen Lingen bekannt wurden. Eine weitere deutsche Uranfabrik befindet sich im nordrhein-westfälischen Gronau. Der deutsche Atomausstieg sieht zwar die Abschaltung der inländischen Atomkraftwerke bis 2022 vor. Beschlüsse zur Zukunft der Brennelemente-Produktion gibt es jedoch bislang nicht.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/AFP

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