Politik

91-Jährige aus Haft entlassen Holocaust-Leugnerin Haverbeck wieder frei

96006660.jpg

Ursula Haverbeck verbüßte in den vergangenen zwei Jahren eine Haftstrafe.

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Immer wieder behauptet die Rechtsextremistin Ursula Haverbeck, den Holocaust habe es nie gegeben. Dafür wandert sie 2018 ins Gefängnis. Nun ist die 91-Jährige wieder auf freiem Fuß. Doch die juristischen Auseinandersetzungen sind noch nicht beendet.

Die wiederholt wegen Volksverhetzung angeklagte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck hat das Gefängnis in Bielefeld verlassen. Nach zweieinhalb Jahren im geschlossenen Vollzug habe sie ihre volle Haftstrafe wegen Volksverhetzung verbüßt, sagte ein Sprecher der Anstalt.

Das Landgericht Detmold hatte die 91-Jährige aus Vlotho in Ostwestfalen in zwei Fällen zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Landgericht Verden in Niedersachsen hatte sie wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Beide Haftstrafen waren zu einer Gesamtstrafe von zweieinhalb Jahren zusammengezogen worden, die sie seit Mai 2018 in Bielefeld absaß.

Haverbeck, die im vergangenen Jahr für die Neonazi-Partei "Die Rechte" zur Europawahl kandidierte, wurde schon mehrmals wegen Volksverhetzung verurteilt. Weitere Verfahren an Gerichten in Hamburg und Berlin sind noch anhängig. Sie behauptete wiederholt, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager für die Rüstungsindustrie gewesen sei, wo keine Menschen vergast worden seien. So forderte sie in einem "offenen Brief", der 2014 in der rechtsextremen Zeitschrift "Stimme des Reiches" abgedruckt worden war, den Zentralrat der Juden auf, forensische Beweise für die Ermordung von Juden mit Zyklon B in Auschwitz vorzulegen.

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Während des Zweiten Weltkrieges zwischen 1939 und 1945 wollten die Nationalsozialisten die europäischen Juden systematisch ermorden. Ihrem Rassenwahn fielen nach Erkenntnissen von Forschern rund sechs Millionen Juden zum Opfer. Allein in Auschwitz waren etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden. Sowjetische Truppen hatten das Lager am 27. Januar 1945 befreit.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa