Politik

Europaweite Fahndung Hundert Hinweise zu Ex-RAF-Terroristen

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Das von einer Überwachungskamera aufgenommene Bild soll Garweg (r.) und Staub bei einem Überfall auf einen Geldboten 2016 in Hildesheim zeigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der Auflösung der Roten Armee Fraktion tauchen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette unter. Seit Mai wird nach den ehemaligen Linksterroristen europaweit gefahndet. Mittlerweile sind Dutzende Hinweise zu dem Trio bei der Polizei eingegangen.

Die europaweite Fahndung nach zwei früheren Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF) hat bislang zu 101 Hinweisen geführt. Das teilte das Landeskriminalamt in Hannover auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit. Zu Art und Inhalt der Hinweise wollte ein LKA-Sprecher "aus ermittlungstaktischen Gründen" keine näheren Angaben machen.

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Mit diesem Fahndungsplakat wird nach den ehemaligen RAF-Terroristen gesucht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anfang Mai hatten die Ermittler aus Niedersachsen die Steckbriefe von Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg auf die "Europe's Most Wanted"-Liste von Europol setzen lassen. Die beiden werden gemeinsam mit ihrer mutmaßlichen Mitstreiterin Daniela Klette der dritten Generation der RAF zugeordnet und sollen für mehrere Morde verantwortlich sein - unter anderem an Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder 1991 und Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen 1989.

Garweg, Staub und Klette tauchten nach Auflösung der RAF unter. Durch Überfälle auf Supermärkte und Geldtransporter sollen sie ihr Leben im Untergrund finanzieren. "Gegenwärtig werden den Beschuldigten zwölf Raubtaten zugerechnet", teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Verden auf Anfrage der "NOZ" mit.

Zunächst hatte es geheißen, alle drei Gesuchten - also Garweg, Staub und Klette - sollten zur europaweiten Fahndung ausgeschrieben werden. Der LKA-Sprecher verwies auf die gängigen Regeln, wonach jeder Staat nur zwei Personen veröffentlichen dürfe. Daher sei der Fahndungseintrag zu Daniela Klette zurückgestellt worden.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa