Politik

ICE-Agent feuert auf 37-Jährige Trump gibt erschossener Frau Schuld am eigenen Tod

08.01.2026, 11:35 Uhr
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"Nicht schießen!" In mehreren Städten, hier im kalifornischen San Diego, kam es zu Protesten gegen das Vorgehen der ICE-Behörde. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

In der US-Metropole Minneapolis tötet ein Bundesagent der Migrationsbehörde ICE eine Frau mit Schüssen in den Kopf. US-Präsident Trump sieht die Schuld bei der Frau und "radikalen Linken".

US-Präsident Donald Trump hat die Erschießung einer 37 Jahre alten Frau durch einen Agenten der Migrationsbehörde ICE verteidigt. "Ich habe mir gerade das Video des Vorfalls angesehen", schrieb er auf seiner Plattform "Truth Social". Die Frau habe sich "sehr ordnungswidrig" verhalten. Sie habe Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet und habe "gewaltsam, absichtlich und bösartig einen ICE-Officer überfahren". Bei den Schüssen scheine es sich um "Selbstverteidigung" gehandelt zu haben, so Trump.

Aufnahmen zeigen, dass die Frau den ICE-Mitarbeiter nicht überfahren hat. Er zieht die Waffe in dem Moment, als das Auto anfährt. Das Fahrzeug rollt dann nach rechts, an dem schießenden Agenten vorbei. Den letzten Schuss gibt er ab, als das Auto bereits an ihm vorbei ist.

Der Grund, warum es solche Vorfälle gebe, sei die Bedrohung von ICE-Agenten durch "die radikale Linke", so Trump. Mit dem Begriff bezeichnet der Präsident alle politischen Kräfte links der Republikaner, auch die Demokraten. Trumps für die ICE-Behörde zuständige Heimatschutzministerin Kristi Noem sagte, der Beamte habe "genau das getan, was ihm für solche Situationen beigebracht wurde".

"Ich will nicht, dass jemand erschossen wird"

Im Interview mit der "New York Times" klang Trump etwas defensiver. Auch dort sagte er, die Frau trage die Schuld, da sie versucht habe, den Beamten zu überfahren. Er fügte hinzu: "Ich will nicht, dass jemand erschossen wird. Ich will auch nicht, dass jemand schreit und versucht, Polizisten zu überfahren."

Auf die getötete Frau, Renee Nicole Good, wurden insgesamt drei Schüsse abgegeben. Mindestens einer davon ging in den Kopf: Der Polizeichef von Minneapolis, Brian O'Hara, sagte, Good sei an einer Schussverletzung am Kopf gestorben. Es ist das neunte Mal seit September, dass ICE-Agenten Schüsse abgegeben haben.

O'Hara zufolge hatte Good mit ihrem Fahrzeug eine Straße in Minneapolis blockiert - das Fahrzeug stand quer auf der Fahrbahn. O'Hara unterstellte Good jedoch nicht, versucht zu haben, jemanden zu überfahren.

Am Ende gibt Trump Biden die Schuld

Während des Gesprächs mit Reportern der "New York Times" bat Trump eine Mitarbeiterin, das Video abzuspielen, um seine Behauptung zu untermauern. "Das war eine brutale Situation", sagte er und bezog sich nach Eindruck der Journalisten auf den angeblichen Versuch der Frau, einen ICE-Mitarbeiter zu überfahren.

Nach Darstellung der Zeitung wiesen die Reporter Trump darauf hin, dass die in den sozialen Medien kursierenden Videos keineswegs so eindeutig seien, wie von ihm dargestellt. "Sie benahm sich furchtbar", sagte der Präsident dazu. "Und dann hat sie ihn überfahren."

Nachdem das Video gelaufen war, sagte Trump demnach: "Es ist eine schreckliche Szene. Ich finde, es ist furchtbar, es anzusehen. Nein, ich hasse es, das anzusehen." Der Frage, ob das von ihm angeordnete Vorgehen der ICE-Behörde zu weit gehe, wich Trump nach Angaben der "New York Times" aus. Stattdessen habe er die Migrationspolitik seines Vorgängers Joe Biden attackiert.

Quelle: ntv.de, hvo

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