Politik

Menschliche Schutzschilde in Mossul IS setzt offenbar Kindersoldaten ein

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Wer kann, flieht aus dem nordirakischen Mossul.

dpa

Die UN berichtet von unfassbaren Grausamkeiten der Terroristen des Islamischen Staats in Mossul. Offenbar werden Einwohner dazu gedrängt, ihre Kinder an die Kämpfer zu übergeben, damit sie als Kindersoldaten eingesetzt werden.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat setzt nach UN-Erkenntnissen in der Schlacht um Mossul wohl auch Kinder ein. Die Extremisten hätten die Einwohner in der Ortschaft Hammam al-Alil südlich von Mossul dazu gedrängt, insbesondere Jungen ab einem Alter von neun Jahren an die Kämpfer zu übergeben, sagte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbeauftragten. Dabei handle es sich augenscheinlich um die Rekrutierung von Kindersoldaten.

Zudem hätten die Extremisten in der Region Mossul Hunderte Menschen getötet, darunter 50 Deserteure und 180 ehemalige Regierungsbeschäftigte, sagte die Sprecherin weiter. Etwa 1750 Menschen seien von Hammam al-Alil nach Tal Afar und Mossul gebracht worden, wo sie wohl als menschliche Schutzschilde dienen sollten. Die Extremisten hätten in Tal Afar fast 400 kurdische, schiitische und jesidische Frauen in ihrer Gewalt.

Auch bei Luftangriffen habe es zivile Opfern gegeben, sagte die UN-Sprecherin. Demnach kamen im Osten Mossuls vier Frauen ums Leben. Mossul ist die letzte IS-Hochburg im Irak. Nach UN-Angaben wurden seit Beginn der Offensive vor fast drei Wochen etwa 22.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die irakische Armee rückt mit Hilfe kurdischer Peschmerga-Milizionäre und vom Iran unterstützter Schiitenmilizen von mehreren Seiten auf Mossul vor und kämpft seit einigen Tagen auch in der Stadt selbst.

Quelle: n-tv.de, jgu/rts

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