Politik

"Die Russen schießen auf alles" Im Donbass sterben 100 ukrainische Soldaten pro Tag

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Ein ukrainischer Soldat checkt den Krater nach dem Einschlag einer russischen Rakete.

(Foto: IMAGO/NurPhoto)

Laut des ukrainischen Verteidigungsministers muss Kiew im Donbass viele Opfer beklagen: Tag für Tag würden bei den heftigen Gefechten um Sjewjerodonezk und Lyssytschansk 500 ukrainische Soldaten verwundet. Aber auch Russland, das "alle Häuser" zerstören wolle, verzeichne "hohe Verluste".

Die Ukraine verzeichnet in den Kämpfen mit der russischen Armee Tag für Tag "bis zu 100 getötete Soldaten und bis zu 500 verwundete" Soldaten. Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow erklärte, die Lage an den Frontlinien in der östlichen Donbass-Region sei schwierig.

"Der Kreml übt weiter Druck mit schierer Masse aus, gerät ins Stolpern, stößt auf starken Widerstand und erleidet hohe Verluste", hieß es in der in Onlinediensten veröffentlichten Erklärung Resnikows. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Zahl der täglich getöteten ukrainischen Soldaten Anfang Juni mit 60 bis 100 beziffert.

Insbesondere rund um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk liefern sich beide Seiten derzeit heftige Gefechte im Donbass. Es sind die letzten Städte der Region Luhansk, die Russland noch nicht erobert hat. Sjewjerodonezk steht nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk, Serhij Gajdaj, vom Mittwoch mittlerweile "weitgehend" unter russischer Kontrolle. Die Nachbarstadt Lyssytschansk werde hingegen noch vollständig von der ukrainischen Armee kontrolliert.

"Sie zerstören alle Häuser in Sjewjerodonezk"

Die Einnahme der beiden Städte würde Moskau den Vormarsch auf die Großstadt Kramatorsk in der Region Donezk ermöglichen. Der Kreml käme damit seinem Ziel der vollständigen Eroberung des Donbass einen entscheidenden Schritt näher.

Auch nach den Worten Selenskyjs entscheidet sich das Schicksal der Donbass-Region in Sjewjerodonezk. "Dies ist eine sehr harte, sehr schwierige Schlacht", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft am Mittwochabend. Selenskyj berichtete von schweren Kämpfen in Sjewjerodonezk. Es handele sich wahrscheinlich um eine der schwierigsten Schlachten in diesem Krieg. In Sjewjerodonezk entscheide sich "in vielerlei Hinsicht das Schicksal unseres Donbass", fügte er hinzu.

"Die Russen schießen auf alles, sie zerstören alle Häuser in Sjewjerodonezk, mit Panzern, mit Artillerie", erklärte Gajdaj am Mittwoch. Nur das Industriegebiet "gehört noch immer uns". Allerdings könnte die Ukraine die Stadt mit westlichen Waffensystemen schnell wieder unter ihre Kontrolle bringen, erklärte Gajdaj am heutigen Donnerstag. Sobald die ukrainische Armee über Artillerie mit großer Reichweite verfüge, könnten ukrainische Spezialkräfte "die Stadt in zwei bis drei Tagen säubern".

Quelle: ntv.de, dbe/AFP

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