Politik

Umstrittene EigenentwicklungIndien stellt neuen Kampfjet in Dienst

01.07.2016, 16:01 Uhr
22dd24fe43fdea6c5a952679ce9024f8
Die "Tejas" - für Kritiker schon jetzt zu leistungsschwach. (Foto: dpa)

Mehr als 30 Jahren tüfteln indische Militärs und Ingenieure an einem leichten Kampfflugzeug. Nun übernimmt die Luftwaffe des Landes die ersten beiden Maschinen. Sie sollen die Ablösung der russischen Maschinen einläuten.

Indien schlägt ein neues Kapitel in der Geschichte seiner Luftwaffe auf: Nach mehr als 30 Jahren Entwicklungszeit hat das Land ein selbst entwickeltes und gebautes Kampfflugzeug offiziell in den Dienst gestellt. Der staatliche Hersteller Hindustan Aeronautics Limited (HAL) übergab die ersten beiden leichten Kampfflugzeuge vom Typ Tejas an die indischen Luftstreitkräfte (IAF). Das Modell soll mittelfristig die Flotte von russischen MiG-21-Flugzeugen ersetzen, die die IAF zurzeit nutzen.

Indien hat die Entwicklung des einstrahligen Überschalljets bereits im Jahr 1983 beschlossen, damals noch unter dem Namen "Light Combat Aircraft" (LCA). Allerdings kommen nicht alle Komponenten aus Indien. So stammt zum Beispiel der Antrieb vom US-Hersteller General Electric. Tejas ist das zweite Kampfflugzeug, das in Indien entwickelt und gebaut wurde. Zuvor produzierte HAL den Jagdbomber HF-24 Marut, der bis 1990 im Einsatz war.

Allerdings gibt es an der Maschine auch Kritik. So berichtet die "Hindustan Times", dass Militärs sowohl Zuladung als auch Geschwindigkeit des Flugzeugs kritisierten. Zum Teil seien die Leistungsdaten schlechter als die der auszumusternden Maschinen. Darüber hinaus sei das verbaute israelische Radar schwächer als das US-Modell, das die Militärs im Nachbarland Pakistan nutzten. Das Verhältnis der Atommächte Indien und Pakistan ist seit Jahren angespannt.

Daneben wird moniert, dass die nun in Dienst gestellte Variante noch nicht ausgereift sei und in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden sollte. Frühestens 2030 werde es eine brauchbare Variante geben. Ferner gibt der zitierte Experte zu bedenken, dass die Industrie jährlich höchstens acht Maschinen liefern könne.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

Indien