Politik

Außenministertreffen in London Indische G7-Delegation in Isolation

imago0097050247h.jpg

Außenminister Subrahmanyam Jaishankar schrieb auf Twitter von möglichen Corona-Kontakten.

(Foto: imago images/photothek)

Während sich die indische Delegation nach Treffen der G7-Außenminister wegen zwei Corona-Fällen in Quarantäne begibt, fliegt die deutsche Bundeswehr eine Sauerstoffanlage nach Neu-Delhi. Indien ist so stark von der Pandemie betroffen wie kaum ein anderes Land. Die Wut auf die Regierung wächst.

Beim G7-Außenministertreffen in London hat sich die indische Delegation wegen zwei Corona-Fällen in Selbstisolation begeben. Außenminister Subrahmanyam Jaishankar twitterte, er sei auf mögliche Corona-Kontakte aufmerksam gemacht worden. "Aus Gründen der Vorsicht und auch aus Rücksicht auf andere habe ich mich entschlossen, meine Termine virtuell durchzuführen", schrieb er.

Medien wiesen darauf hin, dass sich die britische Innenministerin Priti Patel am Dienstag mit Jaishankar getroffen hatte. Ob sich die Ministerin sicherheitshalber in Selbstisolation begibt, war noch nicht bekannt. Die "Daily Mail" zitierte britische Regierungskreise, laut denen die Gesundheitsbehörde Public Health England keine Gefahr für die britische Delegation sieht.

Indien ist nicht Mitglied der G7. Zu den Gesprächen in London hatten die britischen Gastgeber das Land aber ebenso eingeladen wie Südkorea, Australien und Südafrika. Für Deutschland nimmt Bundesaußenminister Heiko Maas teil, der ursprünglich für heute Nachmittag ein Gespräch mit Jaishankar geplant hatte. Es blieb zunächst unklar, ob es nun virtuell stattfindet oder gar nicht. Es ist das erste persönliche Treffen der G7-Außenminister seit zwei Jahren. Die Konferenz endet heute und findet unter strengen Corona-Auflagen statt.

Indien ist weltweites Corona-Epizentrum

In Indien nehmen die Corona-Fälle seit Wochen rasch zu, das Land ist zum weltweiten Corona-Epizentrum geworden. Krankenhäusern geht seit knapp zwei Wochen immer wieder der medizinische Sauerstoff aus. Sie sind wie auch die Krematorien überlastet. In den vergangenen Tagen wurden jeweils mehr als 300.000 Neuinfektionen erfasst. Es wird von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgegangen.

Mehr als 40 Länder, darunter Deutschland und Großbritannien, haben bislang Hilfe unter anderem in Form von Beatmungsgeräten zugesichert. Am Morgen machte sich aus dem niedersächsischen Wunstorf ein Bundeswehr-Airbus mit Teilen einer Anlage zur Herstellung von medizinischem Sauerstoff auf den Weg in die indische Hauptstadt Neu-Delhi, wie die Luftwaffe mitteilte. Eine zweite A400-Maschine mit den übrigen Teilen der Anlage soll am Donnerstag starten.

Bundeswehr-Sanitäter sind schon vor Ort

Mehr zum Thema

Die Sauerstoffanlage wird von 13 Kräften des Sanitätsdienstes der Bundeswehr bereits erwartet. Sie waren am Samstag aus Köln mit einer Luftwaffenmaschine mitgeflogen, die 120 Beatmungsgeräte sowie Medikamente nach Neu Delhi brachte. Die Sanititätskräfte sollen die komplexe Sauerstoffanlage aufbauen und Kräfte vor Ort in den Umgang mit ihr einweisen.

In Indien wächst indes die Wut auf die Regierung von Premierminister Narendra Modi, die Anfang des Jahres mehr oder weniger den Sieg über die Pandemie erklärt und große religiöse Feste sowie Regionalwahlveranstaltungen ohne Masken und Abstand zugelassen hatte.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.