Politik

Hilfe nur in akuten Notfällen Infizierte Urlauber werden nicht heimgeholt

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Der Strand von Scheveningen in den Niederlanden: Auch im Urlaub gilt die Devise "Abstand halten".

(Foto: imago images/Moritz Müller)

Der Sommerurlaub ist gerettet - zumindest teilweise. Ab dem 15. Juni dürfen die Deutschen wieder ins EU-Ausland reisen. Stecken sie sich dort allerdings mit dem Coronavirus an, müssen sie ihre Heimreise allein organisieren. Denn Außenminister Maas schließt neue Rückholaktionen aus.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat angekündigt, dass die Bundesregierung in diesem Sommer keine Corona-infizierten Urlauber nach Deutschland zurückbringen wird. "Wer sich im Urlaub infiziert, kann jedenfalls nicht davon ausgehen, dass wir ihn nach Deutschland zurückbringen", sagte Maas der "Bild am Sonntag". Maas hatte am Mittwoch eine schrittweise Aufhebung der Reisewarnungen angekündigt.

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Bundesaußenminister Heiko Maas schließt weitere Rückholaktionen aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Wir wollen uns darauf verlassen können, dass unsere Bürger, wenn sie reisen, die größtmögliche Sicherheit haben mit Blick auf die Ausbreitung des Virus."

Ab dem 15. Juni können Reiselustige zunächst wieder in Ländern der EU Urlaub machen. Aber wer sich dort infiziert, muss die Heimreise selbst organisieren. "Natürlich stehen in akuten Notfällen unsere Auslandsvertretungen immer bereit, konsularisch zu unterstützen. Aber: Die Bundesregierung wird im Sommer nicht noch einmal Flieger schicken können, um deutsche Urlauber heimzuholen."

Wann die Reisewarnung auch für Länder außerhalb der EU, etwa für die Türkei, aufgehoben wird, ließ der Außenminister offen. "Es gibt Gespräche mit der türkischen Regierung. Wir werden die Reisewarnung nicht auf Dauer aufrechterhalten", sagte Maas. "Wann es so weit ist, hängt aber vom Verlauf der Pandemie ab."

Maas warnte davor, dass er bei Verstößen gegen Corona-Schutzmaßnahmen sehr zügig erneute Reisewarnungen gegen diese Urlaubsländer aussprechen wird. "Die Abstands- und Hygieneregeln gelten auch für die Hotspots", so der Minister. "Wenn sie nicht eingehalten werden, kann aus Reisehinweisen auch wieder eine Reisewarnung werden."

Quelle: ntv.de, jug/AFP