Politik

Johnson und Scholz im Visier Russlands Trollfabrik arbeitet auf Hochtouren

imago0152007180h.jpg

Russische Troll-Farmen kapern mit Lügen über Putins illegalen Krieg Beiträge auf Online-Plattformen.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Ob bei Telegram, Twitter und Facebook - russische Internet-Trolle torpedieren auf Online-Plattformen vor allem Beiträge von Kreml-Kritikern. Zu den prominentesten Zielen zählen Kanzler Scholz und der britische Premier Johnson. Auch bekannte Musiker sind im Visier der Trolle.

Russische Internettrolle haben nach Erkenntnissen britischer Forscher gezielt die Internet-Profile westlicher Politiker und Künstler mit Kommentaren voller Falschinformationen überzogen. Unter den Betroffenen seien etwa der britische Premierminister Boris Johnson, Bundeskanzler Olaf Scholz und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, erklärte das britische Außenministerium. Auch Künstler wie die französischen Elektromusiker von Daft Punk und die deutsche Band Rammstein standen demnach im Visier der Trolle.

Der Untersuchung zufolge war ein Fabrikgelände in Sankt Petersburg Ausgangspunkt einer Vielzahl dieser Angriffe. Bezahlte Mitarbeiter dieser sogenannten Trollfabrik hätten Profile in den Onlinenetzwerken prominenter Kreml-Kritiker mit Kommentaren zur Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des Krieges in der Ukraine überzogen.

Spuren davon wurden demnach auf acht Online-Plattformen entdeckt, darunter Telegram, Twitter und Facebook, vor allem aber Instagram, Youtube und Tiktok. Das britische Ministerium erklärte, es werde seine Erkenntnisse an die Betreiber der Online-Plattformen weiterleiten. "Wir können nicht zulassen, dass der Kreml und seine zwielichtigen Troll-Farmen mit ihren Lügen über Putins illegalen Krieg unsere Online-Räume erobern", erklärte Außenministerin Liz Truss.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine will Bundesinnenministerin Nancy Faeser auch die Cyberabwehr ausbauen. "Die Zeitenwende, die wir erleben, erfordert deutliche Investitionen in unsere Cyber- und Informationssicherheit", sagte die Ministerin. Das Bundesamt für Informationssicherheit solle dabei "zur Zentralstelle" ausgebaut werden. Auch die Cyberbefugnisse der Sicherheitsbehörden sollten weiterentwickelt werden.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 01. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen