Politik

Wissing im "ntv Frühstart" Inzidenz allein kann es nicht sein

Welche Kriterien sollen für die weitere Bewertung der Corona-Pandemie ausschlaggebend sein? Die Inzidenz allein kann es nicht sein, meint der FDP-Generalsekretär. Außerdem spricht er sich gegen Zwangsmaßnahmen für Impfunwillige aus.

Volker Wissing, Generalsekretär der FDP, hat den Stellenwert der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz-Zahlen relativiert. "Die Inzidenzen sind natürlich ein Hinweis darauf, wie sich die Pandemie entwickelt, aber allein auf die Inzidenz zu schauen, das ist sicher nicht richtig", sagte Wissing im "Frühstart" von ntv. In Zukunft müsse zusätzlich auf die Intensivbetten-Belegung geachtet werden. Aber auch das reiche noch nicht: "Wir müssen auch darauf achten, wie viele Menschen überhaupt hospitalisiert werden müssen", so der FDP-Politiker.

Zudem sollten laut Wissing die Eigenschaften der aktuell dominanten Virus-Varianten berücksichtigt werden. "Die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante ist wohl höher. Aber gegenwärtig, sagen die Fachleute, steigen die schweren Fälle nicht." Das müsse einfach beachtet werden.

Keine verdeckten Sanktionen für Nicht-Geimpfte

Angesichts des nachlassenden Impftempos hat sich der FDP-Generalsekretär gegen einen indirekten Impfzwang ausgesprochen. "Grundrechte dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn es notwendig ist, sie einzuschränken. Das kann man aber nicht machen, indem man verdeckte Sanktionen für Nicht-Geimpfte einführt", so Wissing im "Frühstart" von ntv. Bei besonderen Gefährdungen, die begründbar sein müssen, könne es aber durchaus Unterschiede zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften geben.

Anstelle von offenem oder verdecktem Zwang sollten Menschen motiviert werden. "Wir haben sehr viele Kinder, Jugendliche, die unter dieser Pandemie erheblich gelitten haben. Und allein um jetzt einen Regelbetrieb in der Schule möglich zu machen, sollte doch jeder darüber nachdenken, ob er nicht einen Beitrag leisten kann, indem er sich impfen lässt", sagte Wissing. Das sei der bessere Weg. "Das Argument sollte in der Demokratie überzeugen und nicht der erhobene Zeigefinger." Wissing betonte gleichwohl, dass die Impfquote nach wie vor zu niedrig sei. "Wir dürfen uns nicht ausruhen im Sommer, sondern es muss jetzt Gas gegeben werden."

Quelle: ntv.de, ako

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