Politik

Gemeinsame Sache gegen Iran Iraker und Saudis bilden Zweckgemeinschaft

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Saudi-Arabiens König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi wollen künftig enger zusammenarbeiten.

(Foto: REUTERS)

Während die Anti-IS-Koalition noch die letzten Bastionen der Terrormiliz aushebt, beginnen in der Region bereits die Verteilungskämpfe für die Zeit danach. Alte Zweckbündnisse zerfallen, neue werden geschmiedet - die USA mischen kräftig mit.

Saudi-Arabien und der Irak haben nach vielen Jahren der Spannungen weitere Schritte für eine Stärkung der gemeinsamen Beziehungen gemacht. Im Beisein von US-Außenminister Rex Tillerson gründeten der saudi-arabische König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi einen Koordinierungsrat, durch den beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen. Die USA erhoffen sich durch die Annäherung auch eine Verminderung des iranischen Einflusses in der Region.

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US-Außenminister Rex Tillerson (l., hier bei einem Treffen mit dem saudischen Außenminister Adel al-Dschubair) trug maßgeblich zur Annäherung der beiden Anrainerstaaten bei.

(Foto: dpa)

"Wir sind dankbar für diesen Fortschritt und bitten Sie, diese für die Stabilität der Region wichtige Beziehung aufrechtzuerhalten", sagte Tillerson. Der Irak unterhält enge Beziehungen zu seinem schiitischen Nachbarn. So kämpfen im Irak Milizen, die unter dem Einfluss Teherans stehen. Die USA wollen diese im Irak nicht mehr sehen und stellen eine eindeutige Forderung an Bagdad. "Sicherlich müssen iranische Milizen, die sich im Irak befinden, jetzt, da der Kampf gegen Daesh und ISIS zu Ende geht, nach Hause gehen", so Tillerson. Den Irakern müsse es gestattet sein, die Kontrolle über ihre Heimat selbst ausüben zu können.

Der Iran gilt als Gegenspieler Saudi-Arabiens in der Region. Im Syrienkrieg unterstützt Saudi-Arabien Rebellengruppen, während Teheran einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad ist.

"Die Regierung von Trump will aus Fehlern nicht lernen"

Der Iran kritisierte die US-Regierung, ein arabisches Bündnis gegen Teheran schmieden zu wollen. "Leider will die Regierung von US-Präsident Donald Trump aus ihren Fehlern nicht lernen und auch von ihrem Anti-Iran-Kurs der letzten Monate nicht abweichen", sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Die Trump-Regierung wolle auch nicht begreifen, dass der Iran für die Region keine Gefahr sei, sondern mit dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für Frieden und Stabilität in der Region sorgen wolle.

Die Beziehungen zwischen dem Irak und Saudi-Arabien waren angespannt, seitdem die US-Armee saudischen Boden 1991 für den Angriff auf den Irak nutzte. Im vergangenen Jahr entsandte Saudi-Arabien jedoch zum ersten Mal seit rund 25 Jahren einen Botschafter nach Bagdad. Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair reiste Ende Februar zu Gesprächen in den Irak. Am Mittwoch schließlich war erstmals seit 27 Jahren eine kommerzielle Passagiermaschine aus Riad in Bagdad gelandet.

König Salman sagte in Anspielung auf den innerirakischen Konflikt nach dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden, dass sein Land "Iraks Einheit und Stabilität" unterstütze. Für mehr Einfluss in Bagdad dürfte Riad bereit sein, dem Nachbarn beim Wiederaufbau nach den Kämpfen gegen den IS finanziell unter die Arme zu greifen. Premierminister Al-Abadi sagte, er sei "zufrieden" mit der Stärkung der Beziehungen.

Das US-Außenministerium berichtete zudem, dass Tillerson mit König Salman im persönlichen Gespräch darüber beriet, wie man dem Einfluss des Irans entgegentreten könne. Die US-Regierung fährt gegenüber Teheran einen harten Kurs. Präsident Donald Trump hatte es vor einigen Tagen abgelehnt zu bescheinigen, dass sich der Teheran an das internationale Atomabkommen mit dem Land hält. Damit droht im äußersten Fall ein Kollaps der Vereinbarung.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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