Politik

Zu viele tote Zivilisten Iraks Armee verzichtet auf schwere Waffen

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Ein irakischer Bundespolizist in Mossul. In der Stadt missbrauchen IS-Terroristen die Bewohner als menschliche Schutzschilde.

(Foto: dpa)

Bei der Rückeroberung der Stadt Mossul von der IS-Terrormiliz sterben innerhalb weniger Wochen mehr als 3000 Zivilisten. Wegen zunehmender Kritik will die irakische Armee nun zurückhaltender sein und auf Raketen verzichten.

Nach dem Anstieg der Zahlen getöteter Zivilisten im Kampf um die IS-Hochburg Mossul wollen Iraks Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben vorerst keine schweren Waffen mehr einsetzen. Das gemeinsame Operationskommando habe den Truppen einen entsprechenden Befehl erteilt, erklärte Brigadegeneral Mohammed al-Dschaburi.

Iraks Sicherheitskräfte sollen demnach nicht mehr mit Raketen und besonders wirksamer Artilleriemunition angreifen. Bei einer massiven Explosion vermutlich am 17. März waren im Westen Mossuls mehr als 100 Zivilisten getötet worden. Aktivisten machten dafür einen Luftangriff der US-geführten internationalen Koalition und Beschuss der irakischen Armee verantwortlich. Die US-Armee räumte ein, wahrscheinlich an den Todesopfern beteiligt gewesen zu sein.

Berichten zufolge benutzt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Zivilisten auch als menschliche Schutzschilde. Der neue Befehl sei als Reaktion auf diese IS-Taktik erteilt worden, erklärte Al-Dschaburi weiter.

Die Offensive auf Mossul läuft seit Oktober. Ein Vertreter des Zivilschutzes der Stadt hatte in der vergangenen Woche erklärt, seit Beginn des Angriffs auf den Westteil der Stadt Mitte Februar seien mehr als 3000 Zivilisten ums Leben gekommen.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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