"Die ultimative Suche"So retteten US-Spezialkräfte das abgestürzte Besatzungsmitglied im Iran
In den vergangenen 48 Stunden fokussiert sich das US-Militär auf die Rettung eines vermissten Waffenoffiziers im Iran. Hunderte Spezialkräfte werden eingeflogen, es kommt zu Gefechten mit Regimekräften und zwei weitere US-Flugzeuge werden zerstört.
Die US-Streitkräfte haben mit einer erfolgreichen Mission im Iran auch das zweite Besatzungsmitglied des abgeschossenen Kampfjets vom Typ F-15E gerettet. Bei dem Wettrennen zwischen den Kräften Teherans und Washingtons seien Hunderte US-Soldaten aus verschiedenen Spezialeinheiten zum Einsatz gekommen, berichtet die "New York Times". Darunter auch Teams der Navy Seals. Ein namentlich nicht genannter US-Offizieller sprach von einer der herausforderndsten und komplexesten Rettungsmissionen in der Geschichte der US-Spezialkräfte.
Die F-15E Strike Eagle war am Freitag von iranischen Kräften abgeschossen worden. Beide Besatzungsmitglieder konnten sich jedoch per Schleudersitz retten. Der Pilot konnte anschließend rasch von US-Kräften gerettet werden.
Die Suche nach dem im Land verbliebenen Waffenoffizier wurde nach dem Abschuss des Kampfjets zur drängendsten Aufgabe des US-Militärs. Dabei waren Dutzende Flugzeuge, Drohnen und Helikopter verschiedener Typen im Einsatz. Zwei Transportflugzeuge brachten Bodentruppen auf eine abgelegene Basis in der Region Kohgeluyeh, von wo aus diese ihre Rettungsmission am Boden starten konnten, wie es in dem Bericht weiter heißt.
CIA greift bei Suche ein
Der US-Auslandsgeheimdienst CIA unterstützte die Mission mit seinen "einzigartigen Fähigkeiten", sagte ein namentlich nicht genannter US-Offizieller dem Nachrichtenportal Axios. "Das war die ultimative Suche nach der Nadel im Heuhaufen, aber in diesem Fall handelte es sich um eine tapfere amerikanische Seele in einer Felsspalte, die nur dank der Fähigkeiten der CIA aufgespürt werden konnte."
Über 24 Stunden konnte sich der Waffenoffizier der Gefangennahme durch iranische Kräfte entziehen. Dabei wanderte zu einem Zeitpunkt auf einen 2100 Meter hohen Berg.
Als sich die US-Kräfte auf dem Boden dem vermissten Waffenoffizier annäherten, kam es auch zu einem Zusammenstoß mit iranischen Kräften. Es habe heftige Feuergefechte gegeben, berichten "New York Times" und der arabische TV-Sender Al Jazeera. Tote oder Verletzte soll es unter den eingesetzten US-Soldaten nicht gegeben haben. Auch aus der Luft griffen immer wieder US-Kampfjets und Helikopter ein. So sei unter anderem ein Konvoi mit Regime-Soldaten zerstört worden.
Nachdem die US-Spezialkräfte den Waffenoffizier erreicht hatten, streute die CIA laut Axios im Iran das Gerücht, dass die US-Kräfte versuchen würden, den Waffenoffizier auf dem Landweg in Sicherheit zu bringen. Stattdessen sollten die Spezialkräfte allerdings wieder über die abgelegene Basis ausgeflogen werden.
Allerdings seien die beiden ursprünglich genutzten Flugzeuge auf der Basis "manövrierunfähig" gewesen, heißt es im Bericht der "New York Times". Ob diese durch iranischen Beschuss beschädigt wurden, ist nicht bekannt. Das iranische Militär erklärte jedoch, mehrere Fluggeräte zerstört zu haben. Darunter sollen sich zwei Hubschrauber und ein Transportflugzeug befunden haben.
Am Vormittag veröffentlichte Bilder auf Social Media sollen die Wracks der Lockheed C-130 Transportflugzeuge zeigen. Auch ein Helikopter wurde offenbar vor Ort zerstört.
Aufgrund des Ausfalls der Transportmaschinen steuerte das US-Militär mit drei neuen Flugzeugen die Basis an und evakuierte die Soldaten. Die beiden am Boden verbliebenen Maschinen wurden zudem zerstört, damit sie den iranischen Kräften nicht in die Hände fallen konnten, hieß es von den Offiziellen.
