Politik

Falscher Überflugcode Iran beschuldigt Merkels Piloten

Nach dem iranischen Botschafter legt der Außenminister in Teheran nach: Der Pilot des Fliegers von Bundeskanzlerin Merkel sei schuld an der Verweigerung des Überflugs über den Iran, sagte Außenminister Salehi. Der Pilot habe den falschen Signalcode eingegeben, es sei definitiv keine Absicht im Spiel gewesen. Die Bundesregierung ist da allerdings anderer Meinung und nimmt den Piloten in Schutz.

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Teheran zierte sich beim Überflug.

(Foto: dapd)

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hat dem Piloten des Fliegers von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Schuld an der Verweigerung des Überflugs über den Iran gegeben. "Es war nur ein technischer Irrtum des deutschen Piloten, der beim Kontakt mit der iranischen Seite einen falschen Signalcode eingegeben hatte", sagte er in Teheran. Der Irrtum habe schnell ausgeräumt werden können. "Es war definitiv keine Absicht im Spiel", betonte Salehi.

Ähnlich hatte sich zuvor schon der iranische Botschafter in Berlin, Ali Resa Scheich Attar, in einem Zeitungsinterview geäußert. Der iranische Botschafter hatte der "Financial Times Deutschland" gesagt: "Es war der Fehler des Piloten. Er hat den Code für die Rückkehr angegeben, nicht den für den Eintritt in den Luftraum." Scheich Attar sagte in einem Zeitungsinterview, es sei ein rein technisches Problem gewesen. "Wir sollten so etwas nicht politisieren."

Die Bundesregierung hatte den Piloten allerdings in Schutz genommen und ausgeschlossen, dass der Pilot des Flugzeugs von Kanzlerin Merkel für den Überflug-Eklat mit dem Iran verantwortlich war. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, die Flugbereitschaft der Bundeswehr habe bei der Vorbereitung und Durchführung des Fluges alle Vorschriften "korrekt eingehalten".

Merkels Regierungsflugzeug war in der Nacht zum Dienstag auf dem Weg nach Indien von den iranischen Behörden gestoppt worden und musste in den türkischen Luftraum zurückkehren. Erst nach zweistündiger Wartezeit konnte die Kanzlerin ihre Reise nach Neu Delhi fortsetzen. Das Auswärtige Amt hatte daraufhin den iranischen Botschafter einbestellt, um zu protestieren.

Quelle: n-tv.de, dpa

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