Politik

Geheime Anlagen am Golf? Iran prahlt mit "Raketenstädten" unter Tage

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Belege für seine "Raketenstädte" hat der Iran nicht vorgelegt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit dem Atomstreit sind die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA auf einem Tiefpunkt. Sogar ein Krieg zwischen beiden Ländern scheint in den vergangenen Monaten möglich. Nun verkündet der Iran, "Raketenstädte" unter der Erde errichtet zu haben. Sie sollen das Land vor einem Angriff schützen.

Der Iran behauptet, am Persischen Golf unterirdische "Raketenstädte" errichtet zu haben. "Die Revolutionsgarden (IRGC) haben an den südlichen Küsten des Landes On- und Offshore-Raketenstädte", zitierten mehrere iranische Medien IRGC-Marinekommandeur Aliresa Tangsiri. Falls notwendig werden die IRGC-Truppen laut Tangsiri diese zur Schau stellen. Dies sollte die Feinde des Iran von militärischen Aggressionen abhalten, sonst erwarte sie ein Albtraum, sagte der Kommandeur nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

Immer wieder gibt es im Iran Berichte über neue militärische Errungenschaften, besonders im Zusammenhang mit den Revolutionsgarden. Die meisten sind jedoch geheim und können nicht unabhängig verifiziert werden.

Derzeit gilt das Verhältnis des Iran zu den USA als besonders angespannt. Teheran und Washington pflegen seit mehr als 40 Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Seit der einseitigen Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran durch die USA im Mai 2018 hatten die Spannungen immer weiter zugenommen.

Die gezielte Tötung des iranischen Top-Generals Kassem Soleimani im Januar bei einem US-Luftschlag markierte einen gefährlichen Eskalationspunkt. Zeitweise wurde der Ausbruch eines neuen Krieges befürchtet. In der Corona-Krise, die sowohl den Iran als auch die USA schwer getroffen hat, ist der gefährliche Konflikt etwas in den Hintergrund gerückt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa