Wiederaufbau zu teuer?Iran soll US-Basen schwerer getroffen haben als bekannt
Die iranischen Angriffe haben den US-Stützpunkten in der Golf-Region "weitreichende Schäden" zugefügt. Das berichten offenbar Regierungsbeamte. Beobachter halten es gar für möglich, dass die USA einige der Standorte sogar aufgeben werden.
Die US-amerikanischen Militärbasen im Nahen Osten sollen im Krieg gegen den Iran wesentlich heftigere Schäden erlitten haben als bisher bekannt. Das berichtet der Sender NBC und beruft sich dabei auf drei US-Beamte, zwei Kongressmitarbeiter und einen weiteren Insider. Demnach werde der Wiederaufbau der Basen und der Ersatz der zerstörten Ausrüstung Milliarden Dollar kosten.
Das iranische Regime hatte auf die gemeinsamen Angriffe der USA und Israel mit Attacken gegen eine Reihe von US-amerikanischen Militärbasen in der Region reagiert. Auch eine britische Militärbasis in Zypern wurde dabei getroffen. In den meisten Fällen aber blieb es bei Explosionen oder dem Einschlag abgeschossener Drohnen.
Vereinzelt wurde die Zerstörung von US-amerikanischer Ausrüstung oder Gebäuden publik: Ende März berichteten Medien von einem iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan in Saudi-Arabien mit einem Dutzend verletzter Soldaten. Bei einem vorigen Angriff waren fünf US-Jets zerstört worden. Präsident Donald Trump und seine Regierung versuchten stets, den Krieg als Summe präziser Militärschläge mit begrenzten Verlusten darzustellen.
NBC hingegen zitiert seine Quellen mit der Aussage, der Krieg habe "weitreichende" Schäden an den US-Basen verursacht: Der wichtigste Marinestützpunkt in der Region sei ernsthaft getroffen, mehrere Hangars, Lagerhallen, Kommandozentralen und Flugzeuge, eine Landebahn und ein Waffendepot schwer getroffen oder gar zerstört. Der Sender bezieht sich dabei auch auf eine Einschätzung des konservativen US-Thinktanks American Enterprise Institute (AEI).
In den ersten Kriegstagen soll es der iranischen Armee laut NBC gelungen sein, mit einem veralteten Kampfjet die US-Basis Camp Buehring in Kuwait bombardiert zu haben - trotz existierender Luftverteidigung und zum ersten Mal seit Jahren, so zwei US-Beamte demnach. Und obwohl Trump Anfang März behauptet hatte, der Iran habe "keine Luftabwehr mehr". "Alle ihre Flugzeuge sind weg", sagte Trump rund eine Woche nach Kriegsbeginn.
Aus Angst vor Treffern räumten die USA ihre Stützpunkte, brachten das Personal in Sicherheit. Laut NBC machte das die Basen anfällig für Treffer durch iranische Drohnen und Raketen. Eine Folge dieser Treffer könne es durchaus sein, dass manche US-Basen aufgegeben werden, zitiert der Sender die AEI-Expertin Mackenzie Eaglen. Sie schätzt demnach, es würde die USA fünf Milliarden Dollar kosten, allein die Infrastruktur wieder aufzubauen, abgesehen von den Kosten, die zerstörten Waffen, Radarsysteme, Flugzeuge und sonstige Ausrüstung zu ersetzen.
In einer früheren Analyse der Kriegskosten erklärte das AEI vor wenigen Wochen, der Iran treibe diese besonders mit den günstigen Shahed-Drohnen erheblich in die Höhe. Die Forschenden sprachen damals von 25 bis 35 Milliarden Dollar an Kosten, die für den Krieg bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufen waren. Der größte Teil davon machten demnach mit rund 10 Milliarden Dollar Flugabwehrraketen aus. Sie seien somit der wichtigste Ausgabentreiber.
