Politik

176 Tote bei Flugzeugabschuss Iran will Opfer-Familien entschädigen

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Alle 176 Menschen an Bord kamen ums Leben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als im Januar 176 Flugzeug-Insassen in Teheran sterben, leugnet der Iran tagelang eine Schuld am Unglück. Dann wird klar: Die Raketenabwehr schoss die Maschine versehentlich vom Himmel. Ein halbes Jahr später zahlt der Iran nun offenbar auch eine Entschädigung an die Familien der Opfer.

Der Iran hat nach schwedischen Angaben grundsätzlich Entschädigungszahlungen an die Familien der Todesopfer eines im Januar versehentlich abgeschossenen Passagierflugzeugs zugestimmt. Die Herkunftsländer der Opfer hätten mit dem Iran eine entsprechende Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, sagte Schwedens Außenministerin Ann Linde der Nachrichtenagentur TT. Zwar stünden die Summen noch nicht fest. Doch gebe es "keinen Zweifel", dass der Iran die Entschädigungen zahlen werde.

Nach Angaben der Regierungen in Schweden und Kanada unterzeichneten die Herkunftsländer der Opfer zudem ein Protokoll, das ihnen formell den Weg für gemeinsame Verhandlungen mit dem Iran über die konkreten Entschädigungsregelungen eröffnet. Damit sei der notwendige juristische Rahmen für die Verhandlungen geschaffen worden, sagte der kanadische Außenminister François-Philippe Champagne.

Bei dem Unglück am 8. Januar waren alle 176 Menschen an Bord der ukrainischen Passagiermaschine ums Leben gekommen. Nach tagelangem Leugnen räumte der Iran seine Verantwortung für das Unglück ein. Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, die Maschine kurz nach ihrem Abflug von Teheran versehentlich abgeschossen zu haben.

Der Iran hatte kurz vor dem Unglück mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak auf die Tötung des Generals Kassem Soleimani durch die USA geantwortet. Die iranische Raketenabwehr befand sich deshalb wegen möglicher Gegenangriffe in Alarmbereitschaft. Die meisten der Todesopfer waren kanadische Staatsbürger iranischer Abstammung. An Bord befanden sich zudem neben Ukrainern und Schweden auch Afghanen und Briten.

Quelle: ntv.de, mra/AFP