Politik

Referendum zu Abtreibungsgesetz Irische Regierung lässt Bürger abstimmen

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Demonstranten in Dublin: Sie fordern die Aufhebung des Abtreibungsverbots.

(Foto: picture alliance / Tom Honan/PA )

In Irland sind Abtreibungen nahezu unmöglich, ein Verfassungszusatz ist der Grund. Geht es nach der irischen Regierung, soll der weg und das Volk via Referendum dafür sorgen. Im Mai ist es so weit.

Die Regierung in Dublin will die Iren über die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen abstimmen lassen. Das teilte Ministerpräsident Leo Varadkar nach einer Kabinettssitzung mit. Die Volksabstimmung soll im Mai oder Juni stattfinden.

In dem stark katholisch geprägten Land sind per Verfassungszusatz ungeborene Kinder genauso in ihrem Recht auf Leben geschützt wie ihre Mütter. Das macht Kritikern zufolge Abtreibungen faktisch unmöglich, selbst wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. "«Wir wissen, dass jedes Jahr Tausende irische Frauen - aus jedem Bezirk des Landes - für Abtreibungen ins Ausland gehen. Wir wissen, dass viele Frauen Abtreibungspillen per Post erhalten, um ihre Schwangerschaften zu beenden. Es gibt Abtreibung in Irland, aber sie sind nicht sicher, nicht geregelt und illegal", so Varadkar.

Durch das Referendum soll der entsprechende Verfassungszusatz gestrichen. Das wiederum eröffnet dem Parlament die Möglichkeit, Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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