Politik

Angriff von Boko Haram Islamisten ermorden 30 Menschen

RTR4RFS4.jpg

Nigerias Regierung hatte angekündigt, Bojo Haram bis zum Jahresende auszulöschen. Die Chancen dafür stehen schlecht.

(Foto: REUTERS)

In drei Dörfern schlagen Islamisten der Terrormiliz Boko Haram zu und ermorden mindestens 30 Menschen. Die Extremisten sorgen mit einer Taktik dafür, dass Informationen über solche Gräueltaten immer schwerer zugänglich werden.

Bei einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf drei Dörfer in Nigeria sind Einwohnern zufolge mindestens 30 Menschen getötet worden. Wie Mitglieder einer Bürgerwehr sagten, attackierten Kämpfer die Ortschaften Warwara, Mangari und Bura-Shika im Nordosten des Landes. Diese liegen nahe Buratai, dem Geburtsort des nigerianischen Armeechefs Tukur Yusuf Buratai im Bundesstaat Borno. Die Dörfer waren bereits mehrfach Ziel von Angriffen der Islamisten.

Etwa 20 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte Mustapha Karimbe, Mitglied einer Bürgerwehr in dem Ort Biu. Die meisten Menschen seien mit Macheten und Äxten massakriert worden. Anschließend hätten die Angreifer die drei Dörfer in Brand gesteckt. Allein in Warwara seien 20 Menschen getötet worden, sagte Musa Suleiman, ein anderes Bürgerwehrmitglied. Demnach wurden sechs Einwohner in Bura-Shika und vier in Mangari ums Leben gebracht. Die Überlebenden des Überfalls seien nach Biu geflohen, das etwa 30 Kilometer entfernt liegt.

Der Angriff ereignete sich offenbar bereits am Samstag. Weil Boko Haram viele Telekommunikationsmasten zerstört hat, braucht es aber inzwischen Tage, bis Informationen über solche Gewalttaten öffentlich werden. Erst am Donnerstag hatten Boko-Haram-Kämpfer 14 Menschen im Dorf Kamuya in Borno getötet, mehrere Opfer wurden geköpft. Aus Kamuya kommt die Mutter von Generalstabschef Buratai. Dieser war im Juli ernannt worden und hatte den Druck auf Boko Haram erhöht.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Staats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, rund 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. Die nigerianische Regierung hatte kürzlich ihr Ziel bekräftigt, Boko Haram bis zum Jahresende zu besiegen.

Quelle: ntv.de