Politik

Sturm auf die Botschaft in Kairo Israel beklagt Angriff auf Frieden

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Gewaltsame ägyptische Proteste vor der israelischen Botschaft

(Foto: dpa)

Israels Geheimdienstminister Meridor bezeichnet die Stürmung der israelischen Botschaft in Kairo als "schwerwiegenden Vorfall", der den Frieden zwischen Israel und Ägypten gefährde. Die Lage empfindet Meridor als instabil. Es sei jedoch im Interesse Israels, am Friedensabkommen festzuhalten.

Der israelische Vize-Ministerpräsident Dan Meridor sieht Angriff in Kairo erschüttert Israel als "Angriff auf den Frieden zwischen Israel und Ägypten und die Stabilität in Nahost". Meridor sagte dem israelischen Rundfunk, es handele sich um einen "schwerwiegenden Vorfall".

Tausende Ägypter hatten sich am Freitag an der Erstürmung der israelischen Botschaft in Kairo beteiligt. Ein ägyptisches Sonderkommando half bei der Rettung von sechs israelischen Sicherheitsbeamten, die sich in einem Schutzraum verschanzt hatten. Bei den schweren Ausschreitungen wurden nach offiziellen Angaben drei Ägypter getötet und mehr als 1000 verletzt. Israels Botschafter und Dutzende Diplomaten wurden in einer dramatischen nächtlichen Rettungsaktion in die Heimat ausgeflogen.

Israel will an Friedensabkommen festhalten

Geheimdienstminister Meridor sagte dem Sender, Israel habe sich auf ein solches Szenarium vorbereitet. Ungeachtet des schlimmen Vorfalls sei es weiterhin im Interesse Israels und Ägyptens, an ihrem Friedensabkommen festzuhalten. Sollte der Frieden zwischen den Nachbarländern scheitern, hätte dies weitreichende Folgen für die Situation in der Region. "Wenn gegen ein Friedensabkommen verstoßen werden kann, nachdem wir es unterzeichnet haben, stellt sich die Frage, was ist mit zukünftigen Abkommen, die wir eingehen?"

Die Lage in Ägypten sei noch sehr instabil. "Es ist noch völlig offen, wie es ausgehen wird. Es begann mit westlichen Parolen, aber wird es mit einer islamistischen Herrschaft, einer Diktatur oder mit Demokratie enden? Dies werden die Wahlen im November entscheiden", sagte Meridor.

Er hoffe, dass Israels Diplomaten bis dahin wieder im Nachbarland arbeiten könnten. "Es ist zweifellos sowohl im Interesse Israels als auch Ägyptens, dass wir unseren Botschafter dorthin zurückschicken", sagte Meridor. Ägypten müsse jedoch für die Sicherheit der Diplomaten bürgen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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