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Reaktion auf Raketenangriffe Israel bombardiert Einrichtungen der Hamas

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Nach einem israelischen Luftangriff ist eine Explosion an der Station des Hamas-Fernsehsenders Al-Aksa zu sehen.

(Foto: Stringer/dpa)

Nach einer tödlichen Kommandoaktion im Gaza-Streifen flammt der Konflikt zwischen Hamas und Israel wieder auf. Palästinenser feuern Raketen ab - Israel antwortet mit Luftangriffen. Die schwersten Attacken seit vier Jahren fordern Tote und Verletzte auf beiden Seiten.

Militante Palästinenser haben nach israelischen Armeeangaben seit Montag rund 400 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Es handele sich um die intensivsten Angriffe seit dem Gaza-Krieg 2014, sagte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus. Das Abwehrsystem "Iron Dome" fing nach Armeeangaben mehr als 100 der Geschosse ab.

Als Reaktion auf den Raketenbeschuss habe die israelische Armee mehr als 100 Ziele der im Gazastreifen herrschenden Hamas sowie der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad angegriffen. An den Angriffen seien Panzer, die Luftwaffe sowie die Marine beteiligt gewesen. Unter anderem seien Waffenlager und unterirdische Infrastruktur zerstört worden. Vier große Gebäude der Hamas seien getroffen worden, darunter der Fernsehsender Al-Aksa, ein Gebäude der Hamas-Sicherheitskräfte in Gaza sowie eine Einrichtung des Militärgeheimdienstes.

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Dabei wurden seit Wochenbeginn fünf Menschen getötet, davon midestens vier militante Palästinenser, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Auf der anderen Seite wurde bei einem Raketenangriff in der israelischen Küstenstadt Aschkelon ein Haus direkt getroffen. Dabei seien ein Mann getötet und eine Frau schwer verletzt worden, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Eine Panzerabwehrgranate hatte am Montag einen Bus nordöstlich des Gazastreifens getroffen, in dem mindestens ein israelischer Soldat schwer verletzt wurde. Auch am Dienstagmorgen gab es in Grenzorten Raketenalarm. Die Schulen in zahlreichen Städten, darunter auch Beerscheva und Aschkelon, sollten geschlossen bleiben.

Sieben Tote bei geheimer Kommandoaktion

Am Sonntag war der langjährige Konflikt nach dem tödlichen Einsatz einer israelischen Spezialeinheit erneut eskaliert. Bei der Kommandoaktion im Gazastreifen waren sieben militante Palästinenser und ein israelischer Offizier getötet worden.

Nach Darstellung der Hamas war eine israelische Spezialeinheit mit einem zivilen Fahrzeug drei Kilometer weit in den südlichen Gazastreifen vorgedrungen. Dort töteten die Einsatzkräfte den Hamas-Kommandeur Nur Baraka. Hamas-Kämpfer hätten das Feuer eröffnet und die Spezialeinheit verfolgt, woraufhin israelische Kampfjets eingriffen, um den Rückzug der Soldaten zu decken.

Seit März sind bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze zu Israel nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums mehr als 220 Palästinenser getötet worden. Die Demonstranten fordern eine Aufhebung der seit mehr als einem Jahrzehnt bestehenden Gaza-Blockade sowie eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in Gebiete, die heute zu Israel gehören. Die Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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