Politik

Angriff bei Israels Botschaft Israeli erschießt jordanischen Angreifer

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Spezialkräfte rücken vor der israelischen Botschaft in Amman an.

(Foto: REUTERS)

Auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Amman geht ein jordanischer Handwerker auf einen Wachmann los. Der erschießt den Angreifer und trifft versehentlich den Vermieter der Dienstwohnung. Nach langer Nachrichtensperre äußert sich Israel zu dem Vorfall.

Bei einem tödlichen Zwischenfall auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Jordaniens Hauptstadt Amman ist nach israelischen Angaben zunächst ein Wachmann aus Israel von einem Jordanier attackiert worden. Nach Aufhebung einer langen Nachrichtensperre teilte das Außenministerium in Jerusalem am Morgen erstmals Einzelheiten zu dem Vorfall vom Sonntag mit. Der Wachmann habe den Angreifer erschossen und versehentlich auch einen zweiten Jordanier getroffen, teilte das israelische Außenministerium mit.

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend in der Wohnung des israelischen Sicherheitsbediensteten in einem Nebengebäude der israelischen Botschaft. Der jordanische Angreifer habe in der Wohnung des Israelis Möbel aufbauen wollen. Mit einem Schraubenzieher habe er versucht, dem Israeli in den Rücken zu stechen, sagte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums.

Der Wachmann habe daraufhin seine Waffe gezogen und den Jordanier erschossen. Zudem sei versehentlich der jordanische Besitzer der Wohnung getroffen worden, der sich ebenfalls dort aufhielt. Dieser sei später seinen Verletzungen erlegen. Der Wachmann erlitt demnach leichte Verletzungen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe mit Einat Schlein, der israelischen Botschafterin in Amman, telefoniert, sowie mit dem Wachmann, teilte das Außenministerium weiter mit.

Zusammenhang mit Tempelberg-Unruhen?

Die jordanischen Behörden hatten zunächst von einer Schießerei auf dem Botschaftsgelände gesprochen und den Tod zweier Jordanier bekannt gegeben. Unklar ist, ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem jüngst eskalierten Streit um den Tempelberg in Jerusalem steht.

Israel hatte nach einem Anschlag auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt Mitte Juli die Kontrollen zum Tempelberg verschärft und Metalldetektoren sowie zusätzliche Überwachungskameras am Eingang installieren lassen. Am Freitag hatten auch in Jordanien tausende Menschen wegen des Streits um den Zugang zum Tempelberg gegen Israel demonstriert. Jordanien fungiert als "Wächter" der muslimischen Heiligtümer in Jerusalem. Israel und Jordanien hatten 1994 einen Friedensvertrag unterzeichnet.

Quelle: ntv.de, nsc/AFP