"Politische Katastrophe"Israels Oppositionsführer wirft Netanjahu Versagen vor

US-Präsident Trump verkündete in der Nacht die Einigung auf eine Waffenruhe mit dem Iran. Israel unterstützt das. Die Opposition in Israel macht Netanjahu Vorwürfe: Er soll nicht einmal "mit am Tisch" gesessen haben.
Israels Oppositionsführer hat dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nach der angekündigten Waffenruhe im Iran-Krieg vorgeworfen, gescheitert zu sein. "Netanjahu hat politisch versagt, strategisch versagt und kein einziges der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hatte", schrieb Jair Lapid auf X. "In unserer gesamten Geschichte hat es noch nie eine solche politische Katastrophe gegeben."
Weiter schrieb er: "Israel saß nicht einmal mit am Tisch, als Entscheidungen getroffen wurden, die den Kern unserer nationalen Sicherheit betreffen". Netanjahu sei arrogant und nachlässig gewesen und habe nicht strategisch geplant, warf Lapid Israels Regierungschef vor. Es werde Jahre dauern, "den politischen und strategischen Schaden zu beheben".
Israels Regierungschef Netanjahu hatte die Zerschlagung oder zumindest die erhebliche Schwächung des iranischen Atomprogramms als zentrales Kriegsziel ausgegeben. Er bezeichnete das Programm als "existenzielle Bedrohung" für sein Land.
Laut jüngsten Meinungsumfragen könnte die Opposition bei der kommenden Parlamentswahl im Oktober knapp die absolute Mehrheit im Parlament gewinnen - ohne dabei auf arabische Parteien angewiesen zu sein. Das Spektrum der israelischen Oppositionsparteien reicht von rechts bis links und schließt auch Repräsentanten der arabischen Minderheit ein. Lapids Partei Jesch Atid ist Umfragen zufolge allerdings nicht mehr die stärkste Kraft in der Opposition.