Politik

Einblick ins Schattenreich der Steueroasen Journalisten stellen brisante Daten online

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So stellt man sich ein Steuerparadies vor: ein Strand der britischen Jungferninseln.

(Foto: picture alliance / dpa)

In die geheime Welt der Steueroasen kommt immer mehr Licht: Das Rechercheprojekt "Offshore Leaks" veröffentlicht Daten über Firmen, Fonds und Stiftungen ins Internet. User haben nun die Chance, selber zu recherchieren.

Vorbei mit der Verschwiegenheit und den Steuervorteilen: Eine Gruppe von Journalisten hinter den sogenannten Offshore-Leaks-Enthüllungen hat eine umfangreiche Datensammlung zu Steueroasen ins Internet gestellt. Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) in Washington erklärte, es seien nun Daten von rund 100.000 Unternehmen, Fonds und Stiftungen in führenden Steueroasen zugänglich, um darin nach Steuerhinterziehern und anderen Betrügern zu suchen. Die Offshore-Leaks-Dateien sollten die nötige Transparenz schaffen, um etwa Betrug, Geldwäsche und Steuerhinterziehung bekämpfen zu können, erklärte ICIJ-Chef Gerard Ryle.

Die Öffnung der Akten einer Branche, die lange im Schatten operiert habe, sei im öffentlichen Interesse, erklärte Ryle. Der Journalistenverbund stieß mit seinen Enthüllungen bereits in einer Reihe von Ländern Ermittlungen gegen Steuerhinterzieher an. "Erstmals ist es nun möglich, im Internet öffentlichen Zugang zu der geheimen Welt zu erhalten", sagte Ryle. Möglicherweise seien aber "die besten Geschichten noch da draußen". Die Veröffentlichung der Daten erfolgte wenige Tage vor dem Gipfeltreffen der acht großen Industriestaaten (G-8) in Nordirdland, bei dem es auch um den Austausch von Bankdaten zur Bekämpfung von Steuerflucht gehen soll.

Nach Angaben des ICIJ wurden in den veröffentlichen Informationen persönliche Daten wie Telefonnummern, Kontonummern und E-Mailadressen entfernt. Auch Angaben zum Kapital sowie Gewinnen und Verlusten der genannten Firmen wurden vor der Veröffentlichung gestrichen. Der Schwerpunkt der Daten liegt auf Asien und Asiaten insbesondere mit Verbindung zu Singapur. Recherchen in der Datenbank führen zu verschiedenen prominenten Namen, ergeben jedoch zunächst keine Hinweise auf illegales Verhalten. ICIJ betonte, ein Agieren in Steueroasen sei nicht zwangsläufig rechtswidrig. Es solle nicht impliziert werden, dass aufgeführte Personen Gesetze gebrochen hätten.

Quelle: n-tv.de, dsi/AFP

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