Politik

CDU-Austritt am 80. Geburtstag Jürgen Todenhöfer gründet eigene Partei

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Jürgen Todenhöfer fühlt sich mit seinen 80 Jahren noch nicht zu alt für Neues.

(Foto: imago images / Alexander Pohl)

Jürgen Todenhöfer ist bekannt als Buchautor, Medienmanager und Friedensaktivist. Nun startet der 80-Jährige eine zweite politische Karriere. Sein CDU-Mitgliedsbuch gibt er ab und gründet eine eigene Partei - er will damit jungen und weiblichen Kräften ein Forum bieten.

Der langjährige Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer ist aus der CDU ausgetreten. Er wolle zu seinem 80. Geburtstag eine neue Partei gründen, teilte sein Büro mit. Am Abend will er demnach dazu eine Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin veranstalten.

Todenhöfer begründete seine Entscheidung insbesondere mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr, die er entschieden ablehnt. Die CDU sei "nur noch eine Karikatur ihrer selbst", ihre "wirtschaftspolitische Kompetenz ist verblasst, ihr Einsatz für Frieden in der Welt Vergangenheit". Ziel seiner Parteineugründung sei nun eine "gewaltfreie humanistische Revolution".

Todenhöfer war 50 Jahre lang CDU-Mitglied. Dem Bundestag gehörte er von 1972 bis 1990 an, unter anderem als entwicklungspolitischer und als abrüstungspolitischer Sprecher der Union. Zudem war er als Medienunternehmer aktiv, unter anderem war er 22 Jahre lang stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Burda-Konzerns.

Mit 80 Jahren jede Woche zum Fußball

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Bekannt wurde Todenhöfer vor allem durch seine Reisen nach Afghanistan - auch während der sowjetischen Besetzung - sowie in arabische Länder, darunter in Gebiete der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Er schrieb mehrere Bücher über den Nahen und Mittleren Osten, allerdings waren seine Thesen häufig umstritten.

Laut einem Bericht der Funke Mediengruppe soll die neue Partei "Team Todenhöfer" heißen. Angesprochen auf sein Alter sagte der 80-Jährige den Funke-Zeitungen: "Ich spiele jede Woche Fußball, steige auf die höchsten Berge Südtirols und bin immer noch sechs Jahre jünger als Kanzler Konrad Adenauer zum Ende seiner Amtszeit." Neben ihm solle es aber überwiegend junge Aktivisten geben, es werde die "jugendlichste und weiblichste Partei" sein.

Quelle: ntv.de, jog/AFP

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