Politik

Politikerin erhebt Vorwürfe Julia Reda tritt aus Piratenpartei aus

48896687.jpg

Julia Reda sitzt nicht länger für die Piraten im Europaparlament.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Piratenpartei kämpfte im Europaparlament gegen die Urheberrechtsreform. Doch eine ihrer prominentesten Vertreterinnen war dabei auf sich allein gestellt. Schuld soll ein mutmaßlich sexistischer Mitarbeiter gewesen sein. Nun zieht Julia Reda die Konsequenzen.

Die durch ihre Kritik an der EU-Urheberrechtsreform bekannt gewordene deutsche Politikerin Julia Reda hat die Piratenpartei verlassen. Das teilte die Abgeordnete des Europaparlaments in einem Video mit. Sie begründete ihren Schritt mit der festgelegten Kandidatenliste der Partei anlässlich der Europawahl im Mai. Demnach stehe dort auf dem zweiten Listenplatz ihr ehemaliger Büroleiter Gilles Bordelais.

*Datenschutz

Doch gegen diesen würden mehrere Beschwerden wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz vorliegen. Sie selbst habe deswegen im Juli vergangenen Jahres die Kündigung des Büroleiters in die Wege geleitet. In einem Statement stellte Reda klar, dass die Kündigung am 21. November ausgesprochen wurde und die Kündigungsfrist bis zum 23. Mai laufe.

Mehrere Monate konnte die Arbeitsstelle Bordelais' demzufolge nicht besetzt werden, da der Vertrag weiterlaufe. Deswegen sei ihre Arbeit - vor allem im Zusammenhang mit der Urheberrechtsreform und den umstrittenen Upload-Filtern - behindert worden. Reda war davon ausgegangen, dass der Bundesvorstand der Partei "alles unternehmen würde, um die Wahlzulassung von Herrn Bordelais zu verhindern, und unverzüglich ein Parteiausschlussverfahren beantragen würde." Dies sei nicht der Fall gewesen.

Reda kündigte in einem Twitter-Video zudem an, ihre ehemalige Partei bei der anstehenden Europawahl nicht wählen zu wollen. Sie riet jedem, nicht ihr Kreuz bei der Piratenpartei zu machen. "Jede Stimme für die Piratenliste könnte die Stimme sein, dank der Gilles Bordelais ins Parlament einzieht", so Reda. Es wäre "das Schlimmste, wenn am Ende der Mensch, der meiner Arbeit am meisten geschadet hat, von eurem Enthusiasmus und unserem Kampf gegen Artikel 13 profitiert und deshalb ins Parlament gewählt wird", richtete die 32-jährige Politikerin ihre Worte abschließend an die Anhänger der Piratenpartei.

Quelle: ntv.de, fzö/mba