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Videoclip sorgt für Empörung Junge Trump-Fans verspotten Ureinwohner

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Nathan Phillips bei einer Demonstration in North Dakota. (Archivbild).

REUTERS

In der US-Hauptstadt Washington machen sich jugendliche Trump-Anhänger über einen amerikanischen Ureinwohner lustig. Das Video der Aktion sorgt im Netz für viel Unverständnis.

Update: Inzwischen gibt es mehrere Berichte, die den Vorfall in einem anderen Licht darstellen. Wir haben uns um eine korrigierte Neufassung bemüht und danken den Kollegen von Uebermedien. (21. Januar)

Als Teilnehmer des "Indigenous Peoples March" demonstriert der amerikanische Ureinwohner Nathan Phillips am Freitag in Washington D.C. Doch was der 64-jährige Vietnam-Veteran vor dem Lincoln Memorial in der US-Hauptstadt erlebt, sorgt derzeit für große Empörung in den Vereinigten Staaten.

Auf den Stufen zur Gedenkstätte trifft Phillips auf eine Gruppe grölender Schüler, die zuvor an einem Marsch von Abtreibungsgegnern teilgenommen hatten. Sie sind offensichtlich Anhänger von US-Präsident Donald Trump. Viele der mehrheitlich weißen Teenager tragen Mützen mit dessen Wahlkampfslogan "Make America Great Again".   

Auf Videos, die in den sozialen Netzwerken kursieren, sieht man, wie die Schüler Philips einkesseln. Ein Jugendlicher baut sich genau vor dem Vietnam-Veteranen auf und starrt ihm süffisant lächelnd aus kurzer Distanz ins Gesicht, während der 64-Jährige unablässig auf seine Trommel schlägt und singt.

"Es wurde unangenehm und ich dachte: Ich muss aus dieser Situation raus und meinen Song am Lincoln Memorial beenden", erzählt Philips der "Washington Post". "Ich habe versucht, dorthin zu gelangen, aber der Junge mit der Mütze hat mir den Weg versperrt." In einem Video, das die Instagram-Nutzerin Kaya Taitano nach der Veranstaltung aufgenommen hat, sagt Philips mit tränenreicher Stimme: "Ich habe gehört, wie sie 'Baut diese Mauer! Baut diese Mauer!' gerufen haben. Aber das ist indigenes Land, hier sollte es keine Mauern geben."

In den sozialen Medien sorgt der Vorfall für Fassungslosigkeit - auch unter Prominenten. Die demokratische Kongressabgeordnete Deb Haaland, die selbst indigene Wurzeln hat, twittert: "Dieser Veteran hat sein Leben für unser Land aufs Spiel gesetzt. Die Zurschaustellung von unverhohlenem Hass, Respektlosigkeit und Intoleranz durch die Schüler ist ein Signal dafür, wie die guten Sitten unter dieser Regierung verfallen sind. Herzzerreißend." Popsängerin Pink kommentiert: "Erschreckend und überaus respektlos! (...) Was wird dagegen getan?"   

Dank ihrer Pullover sind die Jugendlichen schnell identifiziert. Demnach handelt es sich um Schüler der Covington Catholic High School aus dem Bundesstaat Kentucky. Mittlerweile hat die Schule ein Statement veröffentlicht, in dem sie sich für das Verhalten der Teenager entschuldigt. Der Vorfall solle untersucht werden und könnte für einige der Jugendlichen Konsequenzen nach sich ziehen.

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Quelle: n-tv.de, jpe

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