Politik

Kanzlerkandidatur 2013 Jusos wollen Steinbrück stoppen

"Peer Steinbrück verachtet die Partei und bezeichnet ihre Funktionäre gern als Heulsusen", sagt Juso-Chef Vogt. Er will verhindern, dass der frühere Finanzminister Kanzlerkandidat wird. Kritik an Steinbrück kommt auch von den Grünen.

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Da vorn geht's zur Regierungsbank. Nur wer soll darauf sitzen?

(Foto: picture alliance / dpa)

Die SPD-interne Debatte über den Kanzlerkandidaten bei der kommenden Bundestagswahl hält unvermindert an. SPD-Vize Olaf Scholz sprach sich am Wochenende dafür aus, dass der Kandidat auch jenseits der Parteigrenzen populär sein müsse. Innerhalb der SPD-Linken gibt es dagegen Widerstand gegen eine mögliche Kandidatur des früheren Bundesfinanzministers Peer Steinbrück.

Der Kanzlerkandidat muss nach Ansicht von Scholz "eine Reputation haben, die dazu führt, dass viele sich auch seinetwegen für die SPD entscheiden." Einen Wahlsieg müsse der Kandidat nicht vorweisen, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister der "Frankfurter Rundschau". Er widersprach damit einer Forderung von DGB-Chef Michael Sommer. Scholz sagte dazu: "Er muss die Wahl gewinnen. Wir schauen immer nach vorne. Das unterscheidet uns von dem einen oder anderen Ratgeber."

Derzeit sind drei mögliche Kandidaten im Gespräch: Parteichef Sigmar Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Steinbrück. Gabriel sagte der "Bild am Sonntag", er traue sich eine Kanzlerkandidatur zu - grundsätzlich müsse dies bei jedem Vorsitzenden einer Volkspartei wie der CDU oder SPD so sein. Zugleich müsse ein Parteivorsitzender aber die Souveränität haben, den vorzuschlagen, mit dem die Partei die besten Chancen habe, und dabei vielleicht auf eigene Ambitionen zu verzichten. Gabriel bekräftigte, dass die Entscheidung frühestens ein Jahr vor der Wahl fallen müsse.

"Steinbrück verachtet die Partei"

Juso-Chef Sascha Vogt sprach sich derweil gegen Steinbrück aus. "Peer Steinbrück verachtet die Partei und bezeichnet ihre Funktionäre gern als Heulsusen", zitierte der "Spiegel" Vogt. "Seine Kandidatur würde die SPD tief spalten, ein Großteil der Mitglieder stünde nicht hinter ihm."

Der schleswig-holsteinische Landeschef Ralf Stegner, der ebenfalls zum linken Flügel der Partei zählt, warnte laut "Spiegel", die SPD dürfe sich "nicht von einem Medien-Hype treiben lassen und zu einer vorgezogenen Entscheidung für Flügelkandidaten kommen." Die Partei wünsche sich einen Kandidaten, "der das Amt beherrscht, öffentliche Zustimmung gewinnt und die SPD in ihrem Gesamtprofil gut vertritt." Eine Distanzierung von Gewerkschaften oder eine Abwertung der Aktiven als "Parteifunktionäre" passe dazu nicht.

Auch Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin äußerte sich kritisch über Ex-Finanzminister Steinbrück. Dass dieser die Finanzkrise frühzeitig erkannt und dann "meisterhaft gebannt hat, ist mehr Legende als Wahrheit", sagte Trittin dem "Focus". Steinbrück habe zusammen mit dem damaligen Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) "die Krise noch geleugnet, als sie schon unabwendbar war, hat vielfach zu spät gehandelt und dann vieles nicht so konsequent gemacht wie nötig."

Quelle: n-tv.de, AFP

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