Politik

Geheim-Operation in der Nacht KSK rettet Münchner Familie aus Kabul

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Die Münchner Familie hatte mehrfach versucht, selbst zum Flughafengelände vorzudringen.

(Foto: dpa)

Die Evakuierungsmission der Bundeswehr findet vorwiegend auf dem Flughafengelände statt. Eine Familie aus München hat jedoch Probleme, dorthin zu gelangen. Eine Spezialeinheit macht die Ausreise in einer Nacht-und-Nebel-Aktion letztlich doch möglich.

Nach einem Bericht des "Spiegel" haben Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) eine Münchner Familie aus Kabul gerettet und während der Mission das Gelände des Flughafens verlassen. Bei der Geheim-Operation "Blue Light" hätten sich die deutschen Soldaten zu Fuß vorgearbeitet und eine 19-jährige Münchnerin, ihren kleinen Bruder und ihre Mutter gerettet, hieß es unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Operation habe rund eine Stunde gedauert.

Die Familie hatte mehrfach versucht, selbst zum Flughafengelände vorzudringen, wurde aber immer wieder von den Taliban zurückgeschickt. Im Schutze der Dunkelheit hätten KSK-Soldaten die Familie dann am Samstag in den Flughafen gelotst. Sonntag kurz vor Mitternacht sei die Familie dann bereits am Flughafen in Frankfurt gelandet.

Bisher hatte sich die Evakuierungsmission der Bundeswehr auf das Flughafengelände beschränkt. Zwei Hubschrauber, die zur Evakuierung von gefährdeten Menschen aus dem Stadtgebiet nach Afghanistan gebracht worden waren, kamen bisher nicht zum Einsatz.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bestätigte die Geheim-Operation des KSK zwar nicht direkt, dementierte sie gegenüber dem TV-Angebot der "Bild"-Zeitung auf mehrfache Nachfrage aber auch nicht. Und sie lobte ausdrücklich, dass das KSK in Kabul wie auch die Sanitäter, Fallschirmjäger oder die Besatzungen der Transportflugzeuge einen tollen Job machten.

Die Bundeswehr hat seit Beginn der Evakuierungsoperation am Kabuler Flughafen mehr als 2700 Menschen außer Landes gebracht. "Solange wie möglich werden wir so viele wie möglich aus Kabul ausfliegen", teilte das Bundesverteidigungsministerium auf Twitter mit. Dort hieß es weiter: "Die Lage am Flughafen ist weiterhin sehr schwierig."

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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