Politik

Gespräche mit Madrid geplant Katalanen fordern Selbstbestimmung

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Befürworter der Unabhängigkeit halten Schilder mit der Aufschrift "Wir haben gewonnen" hoch.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

An diesem 11. September gedenken die Katalanen nicht nur der Terroropfer von 2001, sondern feiern auch ihren eigenen Nationalfeiertag. Wiedereinmal geht es dabei um die Unabhängigkeit. Doch deren Befürworter sind zerstritten. 

Wenige Tage vor Gesprächen zwischen Spaniens Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung haben Sprecher der Separatisten Selbstbestimmung verlangt. Sie wollen die Unabhängigkeit und Abspaltung ihrer Region von Spanien. Die Zentralregierung will höchstens mehr Autonomie zugestehen.

Die Präsidentin der separatistischen Bürgerbewegung Katalanische Nationalversammlung (ANC), Elisenda Paluzie, rief am katalanischen Nationalfeiertag, der so genannten Diada, alle Separatisten zur Einigkeit auf. Diese sind über den Weg zur Unabhängigkeit zerstritten: Einige wollen den Zentralstaat bewegen, einem Referendum zuzustimmen; andere halten dies für aussichtslos.

Die Diada (Feiertag) wird jedes Jahr am 11. September begangen. Eher ungewöhnlich wird dabei eine Niederlage gefeiert: An diesem Tag wurde 1714 Barcelona von den Truppen des spanischen Königs Philipp V. erobert, nachdem die Katalanen im Spanischen Erbfolgekrieg dessen Gegenspieler unterstützt hatten. Katalonien verlor damit seine Selbstverwaltung. Zum Höhepunkt der Diada in Barcelona war wie jedes Jahr eine Großkundgebung geplant - mit Beginn um 17.14 Uhr.

Hochphase der Separatisten vor vier Jahren

Eine Volksabstimmung über die Abtrennung vom Königreich Spanien ist nach der spanischen Verfassung nicht zulässig. Am 1. Oktober 2017 hatten die Separatisten dennoch eigenmächtig ein Referendum organisiert. In der Folge wurde Katalonien zeitweise unter direkte Verwaltung der Zentrale gestellt. Der damalige Regionalregierungschef Carles Puigdemont und einige Mitstreiter flohen ins Ausland. Andere Separatisten wurden zu langer Haft verurteilt, im Juni allerdings begnadigt.

Der damalige spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy fuhr einen harten Kurs gegen die Separatisten und zeigte nur eine geringe Gesprächsbereitschaft. Die Sozialisten der Partei PSOE hatten sich bereits da konzilianter gezeigt, allerdings eine Unabhängigkeit Kataloniens ebenfalls ausgeschlossen. Dennoch zeigt sich dessen Ministerpräsident Pedro Sánchez bemüht, die Katalonienfrage zu entschärfen - etwa, indem er sich dafür einsetzte, prominente, inhaftierte Unabhängigkeitsbefürworter zumindest in Gefängnisse nahe ihrer Wohnorte zu verlegen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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