Politik

"Oberster Führer" auf Posten Kim probt wieder Raketen-Angriffe

Nach zwei Gipfeln herrscht zwischen den USA und Nordkorea Eiszeit. So greift Machthaber Kim Jong Un wieder zu bewährten Provokationsmitteln. Und die USA müssen eine Herzensangelegenheit auf nordkoreanischem Boden aufgeben.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat eine weitere Übung zu einem "Langstrecken-Angriff" angeordnet und beaufsichtigt. "Auf dem Kommandoposten hat der Oberste Führer Kim Jong Un (...) die Anweisung zum Start der Übung gegeben", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Die Agentur machte keine Angaben dazu, welche Art von Waffen abgefeuert wurden. In der Mitteilung wurden Wörter wie Rakete, Geschoss oder Projektil vermieden. Die Übung sei "erfolgreich" gewesen, berichtete die Staatsagentur. Sie sei darauf ausgelegt gewesen, "die Fähigkeit zu schneller Reaktion der Verteidigungseinheiten" zu prüfen. Die Einheiten hätten ihre "Macht" bei dem Test unter Beweis gestellt.

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KCNA veröffentlicht dieses Bild des Raketentests.

(Foto: picture alliance/dpa)

Südkoreas Generalstab hatte zuvor erklärt, Nordkorea habe zwei Raketen abgefeuert, bei denen es sich anscheinend um Kurzstreckenraketen gehandelt habe. Die Raketen seien vom nordkoreanischen Stützpunkt Kusong in der westlichen Provinz Pyongan in Richtung Osten abgeschossen worden.

Es war der zweite Waffentest innerhalb einer Woche. Bereits am Wochenende hatte Nordkorea mit einem neuerlichen Waffentest provoziert. Ebenfalls unter der Aufsicht von Kim wurden laut KCNA Langstrecken-Mehrfachraketenwerfer und taktische Lenkwaffen getestet Südkoreas Regierung sprach zunächst offiziell von "Projektilen kurzer Reichweite". Seoul kritisierte die Tests und rief die kommunistische Führung in Pjöngjang auf, alles zu unterlassen, was neue Spannungen schüren könnte.

Gebeine verbleiben in Korea

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Kim Jong Un beobachtet die durchgeführten Tests.

(Foto: dpa)

Die Übung dürfte auch als erneute Provokation gegenüber den USA gewertet werden. So verkündete das US-Verteidigungsministerium, es werde die Bemühungen zur Bergung von Gebeinen von US-Soldaten aus dem Korea-Krieg in Nordkorea aussetzen. Das nordkoreanische Militär habe schon vor dem zweiten Gipfel von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im Februar in Hanoi die Kommunikation eingestellt, teilte das Pentagon mit. Für das bis Ende September laufende Haushaltsjahr sei es nun zu spät, noch eine gemeinsame Bergungsoperation einzuleiten. Kim hatte Trump beim ersten Gipfel in Singapur im Juni vergangenen Jahres zugesagt, sterbliche Überreste von US-Soldaten aus dem Korea-Krieg (1950-53) überführen zu lassen. Im August hatte eine US-Militärmaschine 55 Särge mit sterblichen Überresten von mutmaßlich im Korea-Krieg gestorbenen US-Soldaten von Nordkorea nach Hawaii geflogen. Trump hat sich Kim für die Überführung der Gebeine bedankt.

Im Korea-Krieg waren rund 33.000 US-Soldaten getötet worden, hinzu kamen mehr als 8000 Vermisste. Zwischen 1996 und 2005 gruben US-amerikanische Teams bereits die Gebeine von mehr als 220 Soldaten in Nordkorea aus. Die Aktion wurde jedoch 2005 wegen Sicherheitsbedenken abgebrochen. Trump bemüht sich darum, Kim zur nuklearen Abrüstung zu bewegen und stellt ihm dafür wirtschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht. Der Gipfel in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi war aber ergebnislos zu Ende gegangen.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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