Politik

Atmosfair-Chef im n-tv Frühstart "Klimapaket reicht bei Weitem nicht"

Die Bundesregierung hat in ihrem Klimapaket viele Schritte zur Reduzierung der Treibhausgas-Emmissionen beschlossen. Dem Geschäftsführer von Atmosfair hält diese für nicht ausreichend. Zudem seien einige der Punkte "komplett widersprüchlich".

Als Sammelsurium von Maßnahmen bezeichnet der Geschäftsführer von Atmosfair, Dietrich Brockhagen, das Klimaschutzpaket der Bundesregierung. "Es sei beim Weitem nicht genug", sagte er im n-tv Frühstart. Das unter Mühen von SPD und Union verabschiedete Paket beinhalte nur Verhinderungsmaßnahmen. Als Beispiele nannte er die Abstandsregelung beim Bau neuer Windkraftanlagen sowie den Willen, in den Schienenverkehr zu investieren, aber gleichzeitig die Pendlerpauschale zu erhöhen. Dies sei "komplett widersprüchlich".

Im Paket fehlten mutige Signale, etwa ein verbindliches Datum, aus den Verbrennungsmotoren auszusteigen, sagte er. Andere Länder seien da weiter. Insgesamt sehe er nicht, wie die Klimaziele erreicht werden sollen.

Das Unternehmen Atmosfair bietet Ausgleichzahlungen für den CO2-Ausstoß bei Flügen. Anhand der Flugdauer werden die Menge des klimaschädlichen Treibhausgases und die Höhe einer freiwilligen finanziellen Kompensation berechnet. Das Geld investiert das Unternehmen Brockhagen zufolge beispielsweise in Biogasanlagen in Nepal oder neue Herde in Afrika. Der Erfolg der Aktionen werde von externen Prüfer überwacht, der bei den Vereinten Nationen akkreditiert sei.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Ausgleichszahlungen deutlich gestiegen. So habe sich die Zahl der Privatpersonen zuletzt binnen eines Jahres verdoppelt. Als einen der Gründe sieht Brockhagen die gestiegene Sensibilität für das Thema durch die Fridays-for-Future-Bewegung.

Quelle: ntv.de, jwu