Politik

Rückkehr verwehrt Knabe in Stasi-Gedenkstätte abberufen

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Gedenkstätten-Chef Knabe: Erst entlassen und nun abberufen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin wird seit Monaten von einem Skandal um sexuelle Übergriffe und Nötigungen erschüttert. In der Folge muss auch der Direktor seinen Hut nehmen. Nach dessen Erfolg vor Gericht setzt der Senat ihn nun endgültig vor die Tür.

Der Stiftungsrat der Gedenkstätte Hohenschönhausen hat Hubertus Knabe als Vorstand und Direktor mit sofortiger Wirkung abberufen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Stiftungsrat und Vorstand sei in einem Maße zerrüttet, "das die weitere Wahrnehmung des Amts als Vorstand durch Herrn Dr. Hubertus Knabe ausschließt", wie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa nach einer außerordentlichen Sitzung des Stiftungsrats mitteilte.

Damit könne Knabe nach Ansicht der Senatsverwaltung zu Wochenbeginn nicht zu seiner Arbeit in der Gedenkstätte zurückkehren, sagte deren Sprecher Daniel Bartsch. Denn die Entscheidung gehe über die im September erklärte Kündigung Knabes sowie seine Freistellung hinaus. Er sei als Direktor gekündigt worden, nun aber auch als Vorstand mit sofortiger Wirkung abberufen worden. Zuvor hatten "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" berichtet.

Der Stiftungsrat hatte Knabe zum 31. März 2019 entlassen und ihn bis dahin freigestellt. Grund dafür ist, dass er nicht genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch seinen Stellvertreter getan haben soll. Gegen seine Freistellung hatte Knabe eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin erwirkt. Die Eilentscheidung des Gerichts war am Freitagnachmittag eingegangen.

Am heutigen Montag wollte Knabe an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. "Ich freue mich, dass ich mich ab Montag wieder meiner Lebensaufgabe widmen kann: der Aufarbeitung des in der DDR begangenen Unrechts", hatte er getwittert.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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