Politik
Mittwoch, 01. Juni 2011

Untersuchung bald abgeschlossen: Koch-Mehrin will angehört werden

Öffentlich schweigt die FDP-Politikerin Koch-Mehrin zu den Plagiatsvorwürfen. Die Uni Heidelberg bittet sie um eine persönliche Anhörung. Diese wird "zeitnah" erfolgen, dann ist die Untersuchung abgeschlossen. Vroniplag zufolge hat Koch-Mehrin gezielt abgeschrieben. Der Umfang des Plagiats ist allerdings weitaus geringer als bei Ex-Minister Guttenberg.

Schwarz: Plagiat verifiziert. Rot: mehr als die Hälfte der Seite plagiiert. Hellrot: mehr als drei Viertel plagiiert.
Schwarz: Plagiat verifiziert. Rot: mehr als die Hälfte der Seite plagiiert. Hellrot: mehr als drei Viertel plagiiert.(Foto: Vroniplag Wiki)

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin hat in der Plagiats-Affäre um ihre Doktorarbeit die Universität Heidelberg um eine persönliche Anhörung gebeten. Eine entsprechende Stellungnahme der Politikerin sei bei der Universität eingegangen, teilte eine Sprecherin der Hochschule mit. Der Promotionsausschuss der Hochschule habe der Anhörung zugestimmt. Sie werde "zeitnah" erfolgen.

Silvana Koch-Mehrin
Silvana Koch-Mehrin(Foto: picture alliance / dpa)

Der Vorsitzende des Promotionsausschusses und Dekan der Philosophischen Fakultät, Manfred Berg, erklärte, der Ausschuss werde noch im Juni entscheiden, ob der Politikerin der Doktortitel entzogen werde oder nicht. Nach der Anhörung der 40-Jährigen sei die Untersuchung abgeschlossen.

Nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe war die FDP-Europapolitikerin abgetaucht, Stellungnahmen hat sie verweigert. Anfang Mai trat Koch-Mehrin von ihren politischen Führungsämtern zurück. Die 40-Jährige hatte ihre Posten als Vorsitzende der FDP im Europaparlament und als Vizepräsidentin des Europaparlaments niedergelegt. Ihr Mandat hatte sie behalten.

Einer Untersuchung des Wiki Vroniplag zufolge hat Koch-Mehrin in ihrer 2001 veröffentlichten Doktorarbeit gezielt abgeschrieben. Der Umfang des Plagiats ist allerdings weitaus geringer als bei Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Die Uni Heidelberg prüft die Vorwürfe gegen Koch-Mehrin seit Mitte April. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat die Politikerin dagegen nicht zu befürchten, weil ein möglicher Verstoß gegen das Urheberrecht früheren Angaben zufolge verjährt ist.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de