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9,4 Millionen Jemeniten haben nicht genügend Trinkwasser und sind dringend auf Hilfe von außen angewiesen.
9,4 Millionen Jemeniten haben nicht genügend Trinkwasser und sind dringend auf Hilfe von außen angewiesen.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 09. Juli 2015

Höchste Nothilfestufe im Jemen: Konfliktparteien beschließen Feuerpause

Seit Monaten wird im Jemen gekämpft. Die humanitäre Situation im Land ist katastrophal, es herrschen Nahrungs- und Trinkwassermangel. Jetzt gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Zivilbevölkerung.

Nach monatelangem Bürgerkrieg haben sich die Konfliktparteien im Jemen auf eine Feuerpause geeinigt. Die "humanitäre Waffenruhe" solle Freitagnacht beginnen und bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan dauern, teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York mit. Der Ramadan dauert in diesem Jahr bis zum 17. Juli.

Der sunnitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und andere Beteiligte hätten zugesagt, die Feuerpause einzuhalten. Die UN und die USA hatten zuvor eindringlich eine solche humanitäre Kampfpause gefordert. Während der Waffenruhe könnte die notleidende Bevölkerung im Jemen mit Nahrungsmitteln, Wasser und Medizin versorgt werden, sagte UN-Chef Ban. Er forderte die Konfliktparteien erneut zu friedlichem Dialog auf.

Im Jemen kämpfen seit mehreren Monaten schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen Anhänger von Präsident Hadi. Die Huthis haben große Teile des armen Landes unter Kontrolle gebracht und den Staatschef abgesetzt. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition bombardiert die Rebellen seit Ende März regelmäßig aus der Luft. Kämpfe und Luftangriffe haben großen Schaden angerichtet. Tausende Menschen wurden getötet oder verletzt.

Die UN erklärten, 21,1 Millionen Menschen - mehr als 80 Prozent der Bevölkerung - bräuchten Hilfe von außen. 13 Millionen hätten nicht ausreichend zu essen und 9,4 Millionen nicht genügend Trinkwasser. Erst Anfang Juli hatten die UN für den Jemen die höchste Nothilfestufe ausgerufen, die bislang nur für drei andere Staaten erklärt worden war: Syrien, Irak und Südsudan.

Quelle: n-tv.de