Politik

Defizit bei Pflegeversicherung Krankenkassen warnen vor Beitragserhöhung

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Die gesetzlichen Krankenkassen befürchten einen baldigen Beitragsanstieg der Pflegeversicherung.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Ohde)

Die Beiträge für die Pflegeversicherung könnten steigen, warnt der GKV-Spitzenverband. Grund ist ein Milliardendefizit aus dem vergangenen Jahr. GKV-Vizechef Kiefer sieht "dringenden politischen Handlungsbedarf".

Angesichts eines Milliarden-Defizits im vergangenen Jahr befürchten die gesetzlichen Krankenkassen einen Beitragsanstieg der Pflegeversicherung bereits im ersten Halbjahr 2022. "Wenn nichts passieren sollte, dann wird bereits im ersten Halbjahr eine Beitragserhöhung von 0,3 Prozentpunkten notwendig sein, um die Finanzierung sicherzustellen", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer, der "Rheinischen Post". Die Gesamtausgaben für 2021 seien etwa um knapp zwei Milliarden Euro höher als die Einnahmen gewesen - also ein Defizit von zwei Milliarden Euro.

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"Damit startet die Pflegeversicherung in das neue Jahr auf Kante genäht, denn das Defizit konnte nur so gerade noch durch die Rücklagen ausgeglichen werden", sagte Kiefer. Nun habe die Pflegeversicherung ihre gesetzliche Mindestreserve erreicht und es gebe dringenden politischen Handlungsbedarf zur Stabilisierung der Finanzlage. Dies müsse unbedingt im ersten Halbjahr 2022 entschieden werden, sagte Kiefer. Die Ampel-Koalition müsse kurzfristig Maßnahmen ergreifen.

Kiefer gab auch zu bedenken, dass es gleichzeitig Pläne gebe, die erhebliche Mehrkosten bedingen, etwa die bessere Bezahlung von Pflegekräften. "Die ist in der Sache gut begründet, aber es sind bis zu rund fünf Milliarden Euro Mehraufwendungen im Jahr - je nachdem, in welchem Tempo man das macht. Nach der jetzigen Konstruktion erhöht das die Eigenanteile der Pflegebedürftigen." Diese liegen nach Angaben des GKV-Spitzenverbands bereits jetzt bei durchschnittlich 2125 Euro pro Monat. Die Beitragserhöhung von 0,3 Prozent mache bei einem 3000-Euro-Monatseinkommen etwa 108 Euro im Jahr aus, die sich Arbeitgeber und Versicherte teilen.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/AFP

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