Politik

Angriff auf EU-Gebäude Krawalle bei Corona-Protest in Brüssel

In der belgischen Hauptstadt Brüssel versammeln sich Zehntausende Menschen zu einem Protestmarsch gegen die Corona-Maßnahmen. Dabei kommt es zu Gewalt, es fliegen Steine und Feuerwerkskörper, die Scheiben eines EU-Gebäudes gehen zu Bruch. Die Polizei reagiert mit Wasserwerfern.

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen in Brüssel haben sich Demonstranten und Polizei am Sonntag gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Bilder zeigen eingeschlagene Fensterscheiben des Gebäudes des Europäischen Auswärtigen Dienstes. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte die Gewalt.

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Das Gebäude des Auswärtigen Dienstes der EU.

(Foto: imago images/Belga)

Laut Polizei beteiligten sich rund 50.000 Menschen an dem Protestmarsch. Etwa 70 Demonstranten wurden festgenommen. Drei Einsatzkräfte und zwölf Demonstranten kamen nach Angaben der Polizei mit Verletzungen ins Krankenhaus.

Die Zusammenstöße zwischen Protestlern und der Polizei brachen im EU-Viertel der belgischen Hauptstadt aus. Weil einige Demonstranten die Polizei mit Pflastersteinen und Feuerwerkskörpern bewarfen, setzten die Beamten Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Menge zurückzudrängen. Zwischenzeitlich sahen die Einsatzkräfte sich gezwungen, in einer U-Bahnstation Schutz zu suchen. Ab 15 Uhr wurde die Demonstration nach Angaben der Polizei aufgelöst. Von den drei Beamten und zwölf Demonstranten, die mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurden, schwebte nach Polizeiangaben niemand in Lebensgefahr.

Die Organisatoren, darunter die Bewegungen World Wide Demonstration for Freedom und Europeans United for Freedom, hatten Demonstranten aus anderen EU-Staaten aufgerufen, sich dem Protest anzuschließen. Laut einem Belga-Bericht hielten die Demonstranten Fahnen aus verschiedenen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Polen, viele trugen keine Masken.

Die Demonstranten trugen Transparente mit Parolen gegen den belgischen Regierungschef Alexander De Croo. Sie kritisierten zudem den Corona-Pass, mit dem in Belgien in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen eine Corona-Impfung oder ein negativer Test nachgewiesen werden müssen.

"Die Meinungsfreiheit gehört zu den Grundlagen unserer Gesellschaft" und jeder dürfe seine Meinung frei äußern, erklärte De Croo. "Aber unsere Gesellschaft wird niemals blinde Gewalt akzeptieren und erst recht nicht gegen unsere Polizeikräfte." Die an den Ausschreitungen beteiligten Demonstranten würden strafrechtlich verfolgt, hob der Regierungschef hervor. Brüssels Bürgermeister Philippe Close sprach angesichts der Gewalt von einem "schwierigen Tag".

In Belgien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der vergangenen Woche auf mehr als 60.000 gestiegen. Wegen des meist milderen Verlaufs bei einer Infektion mit der dominierenden Omikron-Variante und der hohen Impfrate ist das belgische Gesundheitssystem jedoch nicht so stark belastet wie während früherer Corona-Wellen.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/AFP

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