Politik

Strenge mit Quarantäne-Brechern Krisenstab droht Göttingern mit Einweisung

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Die Göttinger Polizei muss zurzeit verstärkt Corona-Auflagen durchsetzen.

(Foto: picture alliance / Stefan Rampfe)

Der Krisenstab macht Ernst im Fall des Göttinger Corona-Ausbruchs. Er droht: Wer gegen Quarantäne-Anordnungen verstößt, landet notfalls in einer geschlossenen Einrichtung. Auch sonst übt er sich im "robusten Zugehen" auf Betroffene.

Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen mit knapp 70 Infizierten hat der Krisenstab der Landesregierung möglichen Quarantäne-Brechern mit einer Einweisung gedroht. Wer sich nicht an eine Quarantäne-Auflage halte, begehe eine Straftat und könne vom Gericht in eine geschlossene Einrichtung überstellt werden, sagte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, in Hannover.

Weil Dutzende mögliche Betroffene in Göttingen über das Pfingstwochenende zunächst nicht freiwillig zu einem Test erschienen seien, sei das Gesundheitsamt mit Unterstützung der Polizei bei den Menschen vorstellig geworden. "Das läuft jetzt auch", meinte Schröder zum Erfolg des "robusten Zugehens" auf die Betroffenen. Einem Bericht des NDR zufolge sollen insgesamt 300 Schnelltests zur Verfügung stehen.

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Erschwert werde die Aufarbeitung aber durch mangelnde Bereitschaft mit den Behörden zusammenzuarbeiten: Am Samstag seien etwa 90 Tests geplant gewesen, aber nach NDR-Informationen tauchten nur 15 Personen auf. Auch von einem unter Quarantäne stehenden Mann, der mehrfach gegen Auflagen verstoßen haben soll, berichtet der NDR unter Berufung auf Krisenstabsleiterin Petra Broistedt. Er stehe nach einem Gespräch mit einem Richter unter bewachtem Hausarrest.

Mehrere Schulen betroffen

Die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Menschen ist derweil auf 68 gestiegen. Insgesamt seien in der Stadt und im Landkreis Göttingen 203 direkte Kontaktpersonen identifiziert worden, teilte die Stadt gestern Abend mit. Über das Pfingstwochenende seien bereits 166 Menschen getestet worden, sagte Schröder.

Da sich den Angaben zufolge unter den Kontaktpersonen ersten Grades 57 Kinder und Jugendliche befinden, sind auch mehrere Schulen von den Maßnahmen betroffen. An 13 Schulen werden die Regeln verschärft, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Beispielsweise muss zwei Wochen lang von allen auf dem Schulgelände und in den Gebäuden ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Nur die Klassenräume sind demnach ausgenommen.

Die Stadt geht weiter davon aus, dass sich die Betroffenen vor allem bei Treffen in privaten Räumlichkeiten mit dem Virus angesteckt haben. "Wir wissen, dass das Ausbruchsgeschehen mit mehreren privaten Familienfeiern in Zusammenhang steht", sagte Stadtsprecherin Cordula Dankert.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/AFP