Politik

Zwei Kinder verletzt Kroatische Polizei schießt auf Flüchtlinge

RTX2B08E.jpg

Flüchtlingskinder laufen entlang der kroatischen Grenze.

(Foto: REUTERS)

Mit der weitgehenden Sperrung der Balkanroute müssen immer mehr Flüchtlinge über andere Wege nach Europa gelangen. Darunter solche, die durch Bosnien und Kroatien führen. Dort eröffnet die Polizei in der Nacht das Feuer auf einen illegal angereisten Kleinbus.

Die kroatische Polizei hat in der Ortschaft Srb nahe der Grenze zu Bosnien-Herzegowina auf einen Kleinbus mit Flüchtlingen geschossen und dabei zwei Kinder verletzt. Das Fahrzeug war in der Nacht offenbar illegal über die Grenze gekommen, wie das Nachrichtenportal "index.hr" berichtet. Trotz mehrfacher Versuche der Polizei, das Fahrzeug anzuhalten, fuhr der Fahrer weiter. Als er eine Straßensperre durchbrach, eröffneten die Beamten das Feuer auf den Kleinbus.

Wenig später stoppte der Fahrer den Wagen und lief in einen Wald. Die Polizei fand in dem Kleinbus 29 Flüchtlinge. Zwei Kinder hatten demnach durch die Schüsse Verletzungen erlitten, die als nicht lebensbedrohlich bezeichnet wurden. Weitere Passagiere benötigten angesichts der Umstände während der Fahrt in dem völlig überfüllten Wagen ebenfalls ärztliche Hilfe. Über ihre Herkunft lagen keine näheren Angaben vor.

Nach der weitgehenden Schließung der klassischen Balkanroute über Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn in die Mitte Europas versuchen immer mehr Flüchtlinge, auf andere Strecken auszuweichen, darunter solche, die durch Bosnien und Kroatien führen. In Bosnien sind seit Jahresbeginn 3500 Menschen angekommen, von denen der Großteil in Richtung Mitteleuropa weiterzog.

Auch in anderen Ländern entlang der südosteuropäischen Routen wurden zuletzt steigende Flüchtlingszahlen vermeldet. Das Ausmaß dieser Migrationsbewegungen bleibt jedoch noch immer um Dimensionen hinter denen der Jahre 2015 und 2016 zurück. Damals waren rund eine Million Flüchtlinge über diesen Transitweg nach Österreich und Deutschland gelangt.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

Mehr zum Thema