Politik

Erstes SPD-Duo scheidet aus Lange und Ahrens verzichten auf SPD-Vorsitz

Da waren es nur noch sieben: Im Rennen um den künftigen SPD-Vorsitz zieht das Kandidaten-Duo Lange/Ahrens überraschend seine Bewerbung zurück. Die Flensburger Oberbürgermeisterin und der OB von Bautzen unterstützen stattdessen das Gespann Borjans und Esken.

Die Zahl der Bewerber um den SPD-Parteivorsitz schrumpft: Bei der ersten Regionalkonferenz der Partei zur Vorstellung der Kandidaten zogen überraschend die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens, ihre Doppel-Bewerbung zurück. Sie wollten nun "mit aller Kraft" das Kandidatenteam aus dem früheren NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken unterstützen, sagte Lange am Abend in Saarbrücken.

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Bekommen Unterstützung: Norbert Walter-Borjans, ehemaliger Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, und Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie wollten aber weiter an den Regionalkonferenzen teilnehmen und Wahlkampf machen - jetzt eben für ein anderes Team. Ohne Walter-Borjans und Esken bewerben sich nun noch sieben Kandidaten-Duos und ein Einzelbewerber um den SPD-Vorsitz. Am Abend eröffnete in Saarbrücken die erste von 23 Regionalkonferenzen, auf denen sich die Bewerber um den Parteivorsitz der Basis stellen.

Lange und Ahrens hatten zuvor damit geworben, die SPD wieder näher an die Bürger bringen zu wollen. Lange, eine frühere Kriminalpolizistin, war im April 2018 bei der Wahl des Parteivorsitzes gegen Andrea Nahles angetreten und hatte einen Achtungserfolg von knapp 28 Prozent erzielt. Ahrens hatte die SPD zwischenzeitlich verlassen, trat 2017 aber wieder ein.

"Eine Richtungswahl": 23 Regionalkonferenzen

Die Suche nach einem neuen Vorsitz war nötig geworden, nachdem Andrea Nahles im Juni vom Partei- und Fraktionsvorsitz zurückgetreten war. Kommissarisch übernahmen Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel den Parteivorsitz. Mit Spannung wird das Abschneiden der Favoriten erwartet. Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz tritt gemeinsam mit der Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz an. "Wir Sozialdemokraten müssen darauf bestehen, dass alle gleich viel wert sind", sagte Scholz. Auch andere Kandidaten riefen dazu auf, die SPD wieder stärker als Partei der sozialen Gerechtigkeit und der sozialen Sicherheit erkennbar werden zu lassen.

Walter-Borjans, der sich als NRW-Finanzminister mit dem Ankauf sogenannter Steuer-CDs einen Namen gemacht hat, sprach sich für mehr Glaubwürdigkeit für die SPD aus. Die Partei habe den Kontakt zu den Menschen ein Stück weit verloren.

Für den Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach ist das Rennen "eine Richtungswahl". Er sagte: "Im Prinzip steht ja die Frage im Raum: Geht die Große Koalition weiter, Ja oder Nein?" Er plädiert für einen Austritt aus dem Regierungsbündnis. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius rief zu mehr Geschlossenheit in der Partei auf. Auf die insgesamt 23 Regionalkonferenzen folgt eine Mitgliederbefragung online und per Brief. Erhält niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichabstimmung. Das Ergebnis soll von den Delegierten des SPD-Parteitags Anfang Dezember in Berlin bestätigt werden.

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Quelle: n-tv.de, mau/AFP/dpa

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