Politik

Rennen um CDU-Parteivorsitz Laschet kandidiert, Spahn nicht

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will für den CDU-Vorsitz kandidieren. Am Morgen gibt er seine Kandidatur offiziell bekannt. Auch Friedrich Merz wirft seinen Hut in den Ring. Ein anderer Anwärter zieht hingegen zurück: Jens Spahn. Ganz aus dem Spiel ist er damit aber noch nicht.

Die CDU-Politiker Armin Laschet und Jens Spahn wollen als Zweier-Team an die Spitze ihrer Partei treten. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet kündigte seine Kandidatur für den Parteivorsitz an, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll Vizevorsitzender werden. Von der gemeinsamen Kandidatur solle ein Zeichen der Geschlossenheit ausgehen, sagte die beiden bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. Laschet kritisierte andere CDU-Politiker, die sich einer großen Teamlösung verschlossen hätten.

"Wir müssen unsere Partei und unser Land wieder zusammenführen, und dafür will ich kandidieren", sagte Laschet. Spahn sagte, der Verzicht auf eine eigene Kandidatur für den Vorsitz sei ihm "nicht leicht gefallen". Die CDU sei derzeit aber in einer Lage, "in der es um mehr geht als nur die persönlichen Ambitionen". Weiter sagte er: "Ich möchte mit Laschet an der Spitze und im Duo stehen."

Laschet kritisierte, dass sich andere Anwärter auf den Parteivorsitz einer Teamlösung verschlossen hätten: "Ich bedaure, dass nicht alle Kandidaten sich diesem Teamgedanken anschließen konnten", sagte er. Spahn würde als sein Stellvertreter im Parteivorsitz eine "mit prägende Rolle in der Führung der Partei", spielen. Der Gesundheitsminister sei eine der "herausragenden Figuren" der CDU.

In einer Telefonkonferenz hatte Spahn CDU-Kreisen zufolge erklärt, es brauche eine integrative Persönlichkeit als Parteichef. Laschet habe in Nordrhein-Westfalen gezeigt, dass er Konservative, Soziale und Liberale in einer Mannschaft zusammenführen könne. Laschet habe eine Wahl gewonnen und regiere erfolgreich das größte Bundesland. Deshalb unterstütze er dessen Kandidatur.

Auch Merz macht es offiziell

Für diesen gemeinsamen Schritt gab es den Kreisen zufolge in der Spitze der NRW-CDU viel Unterstützung. Es wurde von Teilnehmern als starkes Signal für eine Neuaufstellung der Partei gewertet. Die gemeinsame Pressekonferenz der beiden fand unmittelbar vor einer Stellungnahme des ehemaligen Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz statt. Dieser bestätigte seine Kandidatur um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer, die bereits am Montag bekannt geworden war.

Er habe sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, beim Parteitag am 25. April anzutreten, sagte Merz. Der CDU-Politiker begrüßte, dass es nun "einen offenen Wettbewerb" gebe. "Das ist Demokratie." Der Wettstreit werde der Partei gut tun, sagte er. Mit Blick auf Laschet, der sein Freund sei, sagte Merz, es gebe "sehr unterschiedliche Auffassungen" der Bewerber. Laschet stehe aus seiner Sicht für Kontinuität, er dagegen "für Aufbruch und Erneuerung", sagte der 64-Jährige. Im Rennen um den CDU-Vorsitz spiele er auf Sieg, nicht auf Platz.

Zuvor war CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen der einzige, der seine Kandidatur offiziell bekannt gegeben hatte. Heute twitterte er, er wolle für den Parteivorsitz im Team mit einer Frau kandidieren. "Die zweite Person in meinem Team wird eine Frau sein", schrieb der frühere Bundesumweltminister. Einen Namen nannte er bislang nicht. "Frauen gehören an vorderster Stelle mit zur CDU", sagte Röttgen im Fernsehsender Phoenix. "Wenn die CDU eine Partei der Mitte sein will, reicht es nicht, das nur zu behaupten."

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Kramp-Karrenbauer hatte am Montag angekündigt, dass sich mögliche Kandidaten noch in dieser Woche erklären wollen. Gewählt wird die neue Parteispitze auf einem Sonderparteitag am 25. April in Berlin. Mit den Bewerbungen steht fest, dass die CDU erneut in einer Kampfkandidatur über ihren künftigen Parteivorsitz entscheiden wird.

Quelle: ntv.de, jug/fzö/dpa/rts/AFP