Politik

Wichtiger sei "klug testen" Lauterbach: Neuer Lockdown nicht notwendig

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Als das Land stillstand: Ein neuer Lockdown wie im April 2020 ist aus Sicht von Lauterbach unwahrscheinlich.

(Foto: imago images/Christian Ohde)

Einen weiteren Corona-Lockdown wird es wahrscheinlich nicht geben - das jedenfalls glaubt der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach. Er betont jedoch, wie wichtig Tests und die Nachverfolgung von Infektionsketten seien. Gleichzeitig kritisiert er das Maßnahmen-Paket von Bund und Ländern.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält in der Corona-Krise einen zweiten Lockdown für unwahrscheinlich. "Ein zweiter Lockdown wird nicht notwendig werden", sagte Lauterbach dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider". Wichtig sei, dass man klug teste und Infektionsketten effektiv nachverfolge.

Schul- und Kitaschließungen halte er für "völlig falsch. Wir können es uns auf keinen Fall leisten, die Schulen und Kitas noch einmal komplett zu schließen." Dies sei aus Lauterbachs Sicht den Kindern nicht zuzumuten. Außerdem seien sie nicht so stark durch das Virus gefährdet. Lehrer und Erzieher sollten allerdings regelmäßig getestet werden, so der Epidemiologe.

Lauterbach kritisiert die von Bund und Ländern am Donnerstag beschlossenen neuen Corona-Regeln: Vor allem, dass sich die Länder nicht auf eine gemeinsame Richtlinie für Feiern geeinigt hätten. "Diese werden als Superspreader-Ereignisse in den kommenden Monaten eine riesige Rolle spielen. Da wäre eine Obergrenze von 25 Personen in privaten Räumlichkeiten und von 50 in angemieteten Räumen eine richtige Lösung gewesen."

Kürzere Quarantäne besser

Eine grundlegende Änderung wünscht sich Lauterbach bei der häuslichen Quarantäne. Hier würden seiner Ansicht nach sieben Tage genügen, statt wie bislang zwei Wochen. Eine kürzere Isolation könne dazu beitragen, dass die Quarantäne-Regeln besser eingehalten würden.

Nach der Demonstration in Berlin am Wochenende fürchtet Lauterbach steigende Infektionszahlen in ganz Deutschland, wie er zudem den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte: "Es war die erste große Demonstration ohne Masken und Abstand während der zweiten Welle der Pandemie, in der die Infektionszahlen wieder steigen. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Infizierte aus ganz Deutschland angereist sind und hier zu Superspreadern wurden." Das Risiko einer Ansteckung bestehe nicht nur bei der Demonstration selbst, fügte der SPD-Politiker hinzu. Bei An- und Abreise sei es noch viel größer. "Somit erwarte ich Auswirkungen auf die Infektionszahlen sowohl in Berlin als auch in Deutschland.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa