Politik

Berichte von Geflüchteten Lebensmittel in Nordkorea offenbar knapp

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Menschen in Pjöngjang gehen zur Arbeit.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Dem abgeschotteten Nordkorea könnte eine Hungersnot drohen. Menschen, die aus dem kommunistischen Land geflohen sind, berichten einem UN-Experten von zunehmend mehr Menschen, die weniger zu essen haben. Einige Familien ernährten sich sogar nur noch von Mais.

In Nordkorea sind nach Angaben eines UN-Experten für Menschenrechte Nahrungsmittel knapp. Es gebe alarmierende Berichte über einen Anstieg der Zahl von Kindern und Erwachsenen, die in größeren Städten obdachlos auf der Straße lebten, berichtete Tomás Ojea Quintana, Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrats für Nordkorea. Immer mehr Familien hätten nur noch zwei Mahlzeiten pro Tag oder nur noch Mais zu essen, manche hungerten.

Über Lager für politische Gefangene höre er, dass dort viele Menschen wegen harter Arbeit, mangelnder Ernährung, ansteckender Krankheiten und Überbelegung ums Leben kämen. Selbst Soldaten bekämen nach Berichten kleinere Nahrungsrationen, so Quintana. Die Preise für Arzneimittel seien in die Höhe geschossen.

Quintana beziehe sich auf Angaben von Informanten, die Kontakte in dem abgeschotteten Land hätten, sagte seine Sprecherin. Darunter seien zum Beispiel Menschen, die in letzter Zeit geflüchtet sind. Die Probleme seien durch die Schließung der Grenze zu China am 21. Januar wegen der Corona-Pandemie verschärft worden.

Der UN-Sonderberichterstatter appellierte an die Regierung in Pjöngjang, Geld nun in erster Linie für die Versorgung der Menschen auszugeben und internationale Hilfe ohne Auflagen ins Land zu lassen. Der UN-Sicherheitsrat soll sich erneut mit den Sanktionen befassen, die die Lage noch verschlimmerten.

Quelle: ntv.de, hul/dpa